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Finanzen

Fintech Rebind lockt mit acht Prozent – ist das Angebot seriös?

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Fintech Rebind lockt mit acht Prozent – ist das Angebot seriös?
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Mehr als bei jeder anderen Bank

Hier gibt es acht Prozent Zinsen: Doch das hat seinen Preis


06.07.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 4 Min.

Schild in den Händen: 8 Prozent ZinsenVergrößern des Bildes

Junge Frau mit „8%“-Schild: Das Fintech Rebind lockt mit Zinsen, von denen Tagesgeldkunden derzeit nur träumen können. (Quelle: Deepak Sethi)

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Wem vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld zu wenig sind, für den klingen sechs Prozent traumhaft. Rebind verspricht sogar acht Prozent.

Beim französischen Fintech Rebind sind momentan acht Prozent Zinsen möglich – und zwar nicht nur für wenige Monate als Lockangebot, sondern nach Unternehmensangaben dauerhaft. Hinzu kommt ein weiteres Versprechen: Die Zinsen werden nicht viertel- oder halbjährlich gutgeschrieben, sondern sekündlich. In der App lässt sich das Wachstum des eigenen Guthabens praktisch live mitverfolgen. Das wirft Fragen auf. Wie kann Rebind deutlich höhere Zinsen zahlen als klassische Banken und welches Risiko steckt dahinter?

Traumrendite – allerdings nicht auf einem klassischen Sparkonto

Rebind wirbt mit rund sechs Prozent Zinsen auf Euro und acht Prozent auf US-Dollar. Dafür wird das eingezahlte Geld nach Unternehmensangaben zunächst in sogenannte Stablecoins umgewandelt. Dabei handelt es sich um digitale Währungen, deren Wert an den Euro oder den US-Dollar gekoppelt ist.

Nach Angaben von Rebind können Anleger ihr Geld jederzeit wieder abheben. Eine feste Laufzeit gibt es nicht. Der entscheidende Unterschied zu einem Tagesgeldkonto: Das Geld fließt dabei weder in einen ETF, noch bleibt es auf einem Bankkonto liegen. Es wandert vielmehr in sogenannte offene Geldmärkte.

So entstehen die hohen Zinsen

Eigenen Angaben nach ermöglicht das Unternehmen den Zugang zu einer modernen Finanzinfrastruktur, die höhere Renditen erwirtschaften soll. Was zunächst relativ transparent klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als deutlich komplexeres Konstrukt.

Anstatt das Geld bei einer Bank zu deponieren, vermittelt die App es an digitale Kreditplattformen wie Aave, Morpho oder Fluid. Das sind automatisierte, softwarebasierte Pfandleihhäuser auf der Blockchain. Dort wird das Kapital in einem gemeinsamen Pool gesammelt, aus dem sich andere Marktteilnehmer Geld leihen können, ohne ihre Kryptowährungen verkaufen zu müssen.

Und warum fallen die Zinsen höher aus als bei einer Bank?

  • Nach Angaben von Rebind arbeiten die Kreditmärkte weitgehend automatisiert und kommen mit deutlich weniger Verwaltungskosten aus.
  • Gleichzeitig akzeptieren viele Kreditnehmer höhere Zinsen, weil sie jederzeit und ohne klassische Kreditprüfung Geld leihen können.
  • Ein größerer Teil der Zinserträge kann dadurch an die Anleger weitergegeben werden.

So soll das Geld abgesichert sein

Damit Kreditnehmer einen Kredit erhalten, müssen sie Sicherheiten hinterlegen. Nach Angaben von Rebind übersteigt deren Wert den Kreditbetrag meist deutlich – häufig um 10 bis 30 Prozent. Sinkt der Wert dieser Sicherheiten zu stark, verkauft das System sie automatisch, um den Kredit zurückzuzahlen. Dieses Verfahren soll Kreditausfälle verhindern.

Die gutgeschriebenen Zinsen werden automatisch wieder mit angelegt. Dadurch entsteht ein Zinseszinseffekt, der das Guthaben im Laufe der Zeit zusätzlich wachsen lässt. Das klingt zunächst sehr sicher. Tatsächlich schützt dieses System aber nur vor einem Risiko: dass ein Kreditnehmer seinen Kredit nicht zurückzahlen kann. Die eigentlichen Risiken liegen an anderer Stelle – nämlich in der technischen Infrastruktur.

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