Ausverkauf des Fußballs?

Infantino zündet die „Atombombe“


Aktualisiert am 29.07.2026 – 07:01 UhrLesedauer: 3 Min.

Fußball-Boss Gianni Infantino hält bei einem Empfang im Trump Tower eine Rede. (Archivbild) (Quelle: Jacquelyn Martin/Reuters)

Gianni Infantinos WM-Plan schlägt hohe Wellen. Der Weltverbandsboss will die WM an die Trump-Familie verkaufen. Die Empörung ist groß.

Die mannigfache Kritik an seiner Amtsführung hat Gianni Infantino noch nie groß gestört. Auch die heftigen Debatten um sein Vorgehen während der WM 2026 scheinen beim Fußballfunktionär keine Spuren hinterlassen zu haben. Im Gegenteil, kurz nach dem Weltturnier schlug er gegen seine Kritiker zurück und warf ihnen eine Hass- und Lügenkampagne vor.

Nun bricht er gleich die nächste Debatte vom Zaun. Der Schweizer will die WM verkaufen. In Infantinos Augen leuchten offenbar die Dollarzeichen, Uefa-Insider sprechen von einer „Atombombe“ – und der europäische Fußballverband warnt bereits vor dem Verkauf der „Seele“ des Spiels.

Mit einem aufsehenerregenden Plan zur Veräußerung von Anteilen am größten Turnier des Planeten an Investoren hat Infantino die Fußballwelt in Aufruhr versetzt. Während Kritiker einen Ausverkauf der WM befürchten, verspricht der Weltverbandsboss den Mitgliedsverbänden eine Verdopplung der Gelder.

Neben der Uefa haben auch der frühere Weltverbandschef Sepp Blatter und Großbritanniens Premierminister Andy Burnham scharfe Kritik an dem WM-Investorenplan geäußert. Die „enge Beziehung“ zwischen Fifa-Chef Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump habe „eine finanzielle Dimension erreicht, die dem Fußball tief schadet. Niemand hat das Recht, unser Spiel zu verkaufen“, schrieb Blatter, der die Kommerzialisierung des Weltverbandes schon während seiner Amtszeit vorangetrieben hatte, am Dienstagabend auf der Plattform X.

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Der neue britische Regierungschef Burnham betonte, dass die WM „kein Produkt“ sei. „Sie ist der größte Wettbewerb im Weltsport, und sie war nie jemandes Eigentum. Man kann das Ganze schönreden, wie man will. Sobald man einen Teil davon verkauft hat, hat man sich verkauft“, schrieb der Labour-Politiker, Fan des englischen Premier-League-Klubs FC Everton: „Der Fußball gehört den Fans. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.“

Infantino nutzt Geldregen als Machtinstrument

Der demokratische US-Kongressabgeordnete Jamie Raskin, der Infantino aufgefordert hat, vor dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses zu den Verbindungen der Fifa zur Trump-Administration zu erscheinen, sagte: „Fußballfans konnten sich die Weltmeisterschaft schon vorher aufgrund der korrupten Preistreiberei der Fifa nicht mehr leisten – mehr Korruption durch Oligarchen bedeutet nur, dass der schöne Sport noch mehr durch Konzerne in Verruf gerät.“

Die Fifa gehe nun nach der WM „direkte Geschäfte mit der Familie Trump“ ein, ergänzte er mit Blick auf die Rolle von Thrive Capital, einer Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, dem Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

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