Die zahlreichen Widersprüche, die die Fifa derzeit umgeben, machen auch beim Thema Iran nicht halt. Das Land hatte mehrfach angekündigt, auf die Teilnahme an der Fußball-WM im Sommer zu verzichten. Angesichts der schweren Angriffe der USA und Israels und der Tötung hoher iranischer Führungspersönlichkeiten sei es „unmöglich“ an dem Turnier teilzunehmen, das unter anderem von den USA ausgerichtet wird.

Doch der Wunsch der Iraner scheint die Fifa nicht zu interessieren. „Der Iran wird an der WM 2026 teilnehmen. Und natürlich wird der Iran in den USA spielen“, sagte Infantino bei dem Kongress. Es gehe darum, die Menschen zu vereinen. „Fußball vereint die Welt“, so der Schweizer. Es ist das Motto der Fifa, ihr Markenspruch, schon seit Jahren.

US-Präsident Donald Trump, mit dem Infantino sich bestens versteht, reagierte umgehend. Er sagte, der Fifa-Boss habe freie Hand, was die WM-Teilnehmer beträfe. „Nun, wenn Gianni das gesagt hat, ist das für mich in Ordnung“, sagte Trump im Weißen Haus. „Ich finde, lassen wir sie spielen“. Infantino sei fantastisch und ein Freund von ihm. „Ich habe gesagt, du kannst machen, was du willst. Du kannst sie dabei haben, du musst sie nicht dabei haben“, sagte der US-Präsident.

Im vergangenen Jahr hatte Infantino den US-Präsidenten mit einem eigens gestifteten Fifa-Friedenspreis ausgezeichnet, nachdem Trump sich darüber beklagt hatte, bei der Verleihung des Friedensnobelpreises übergangen worden zu sein. Auch war Infantino in Trumps neu gegründeten Friedensrat aufgenommen worden, als einziger Sportfunktionär unter lauter Staatsführern. Dass der Fifa-Boss dort Aufnahme fand, hatte bei Kommentatoren Verwunderung ausgelöst. Er sei „ein Funktionärsgeschöpf von Amerikas Gnaden“, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“, und das US-Magazin „The Nation“ kommentierte scharfzüngig: „Infantino wollte etwas tun, was er noch mehr liebt als Fußball zu schauen: an Donald Trumps Hintern schmusen“.

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