Urlauber sollten zweimal hinschauen
Kroatien kämpft gegen Schwarzvermietung
29.04.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 2 Min.
In Kroatien wächst der Tourismus, es gibt immer mehr privat vermietete Ferienwohnungen. Zu häufig wird hier am Staat vorbei vermietet. Nun schreitet die Regierung ein.
Augen auf im Kroatien-Urlaub: Für viele deutsche Reisende könnte es in diesem Sommer eine unangenehme Überraschung geben. Denn ausgerechnet bei der Ferienwohnung – oft das Herzstück des Urlaubs an der kroatischen Adriaküste – beabsichtigt die Regierung künftig deutlich strenger hinzuschauen.
Kroatien verschärft den Kampf gegen illegale Vermietungen und spricht dabei ungewöhnlich klare Worte. Laut den Nachrichtenportalen „tportal“ und „kroatien-nachrichten.de“ kündigte Tourismusminister Tonči Glavina an, nicht registrierten Anbietern von Ferienunterkünften regelrecht „den Krieg erklären“ zu wollen. Ein neues Gesetz soll noch bis Ende Mai auf den Weg gebracht werden, heißt es hier. Es könnte schon am 1. Juni 2026 in Kraft treten – mitten in der Hauptreisesaison, schreibt merkur.de.
Hintergrund ist ein Problem, das viele Urlauber kaum bemerken. In beliebten Regionen an der Adria werden zahlreiche Unterkünfte ohne offizielle Genehmigung angeboten. Für Touristen kann das riskant sein – etwa wenn Buchungen kurzfristig storniert werden oder rechtliche Probleme auftreten.
Genau hier möchte die Regierung den Angaben zufolge ansetzen. Künftig sollen Onlineplattformen nur noch Unterkünfte anbieten dürfen, die offiziell registriert sind. Wohnungen ohne Genehmigung sollen aus den Buchungssystemen verschwinden.
Zentrales Element der Reform ist eine neue digitale Kontrolle. Dazu soll jede Unterkunft, egal ob Zimmer, Apartment oder Ferienhaus, eine eindeutige Identifikationsnummer erhalten. Diese wird von den Behörden überwacht, sodass Vermietungen nahezu in Echtzeit nachvollzogen werden können. Die Maßnahme ist Teil neuer EU-Vorgaben für große Buchungsplattformen. „Sie ermöglicht uns eine umfassende Kontrolle, ohne überall vor Ort sein zu müssen“, erklärte Glavina.
Die Kontrollen vor Ort sollen ebenfalls ausgeweitet werden. Künftig könnten neben klassischen Behörden auch kommunale Dienste und Zollstellen stärker eingebunden werden, um illegale Angebote aufzuspüren.
Der Schritt kommt nicht zufällig. In Kroatien wächst der Druck, den boomenden Tourismus besser zu regulieren. Illegale Vermietungen lösen Wettbewerbsverzerrungen aus, dem Staat entgehen dadurch hohe Steuersummen und die Infrastruktur in den touristisch besonders beliebten Gebieten ist überlastet.
Für Urlauber bedeutet das vor allem eines. Sie müssen nun genauer hinschauen. Wer eine Unterkunft bucht, sollte künftig darauf achten, dass diese offiziell registriert ist. Die Zeiten der unkontrollierten „Schnäppchen“ könnten bald vorbei sein.
