„Ist uns nicht leichtgefallen“
Kurz nach Jubiläum: Bayerischer Familienbetrieb ist insolvent
23.09.2026 – 20:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit 1950 produziert die Firma Höhbauer Türen und Fenster in der Oberpfalz. Nun bangen mehr als 300 Mitarbeiter um die Zukunft des Familienbetriebs.
Der Fenster- und Türenhersteller Höhbauer aus Luhe-Wildenau in Bayern hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das berichtet das Portal oberpfalzecho.de. Demnach hat das Amtsgericht Weiden am Montag die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Volker Böhm aus Nürnberg.
Dem Bericht zufolge ist ist damit noch kein Verfahren über das Vermögen der Firma eröffnet. Zunächst solle die wirtschaftliche Lage geprüft werden. Am Standort Luhe-Wildenau werden Fenster, Haustüren und Wintergärten sowie weitere Bauelemente gefertigt. Nach eigenen Angaben beschäftigt Höhbauer rund 330 Mitarbeiter.
Firma Höhbauer kämpft um ihre Zukunft
Höhbauer gehört zu den traditionsreichen Industriebetrieben in der Oberpfalz. Das Familienunternehmen wurde 1950 als Zimmerei gegründet und feierte im vergangenen Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Die Geschäftsführung hatte laut oberpfalzecho.de schon im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/24 auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und einen starken Gewinnrückgang hingewiesen.
„Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen, und wir hätten ihn unseren Mitarbeitern und Kunden gerne erspart“, sagte Geschäftsführer Christoph Höhbauer dem Portal. „In enger Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter werden wir jetzt alles dafür tun, die Auswirkungen für unsere Kunden und unser Unternehmen so gering wie möglich zu halten.“
Insolvenzverwalter Böhm erklärte in einer Mitteilung: „Der Geschäftsbetrieb geht auch nach dem Insolvenzantrag weiter“. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten würden bis einschließlich November über die Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld gezahlt. Er wolle sich in den kommenden Wochen mit seinem Team und in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung ein genaues Bild von der wirtschaftlichen Situation machen und die Sanierungsoptionen prüfen, so Böhm.
