Aber auch der Nationalmannschaftskapitän berichtete mit Blick auf die zweite Halbzeit von größten Mühen: „Es war ein einziger Kampf, ein einziges Ackern und Rammeln. Leider etwas zu spannend.“
Kimmich weiter: „Ich bin froh, dass wir es gut wegverteidigt haben und dass wir auch selber nach Standards so erfolgreich sein konnten.“
Damit drehten die Bayern gleich zwei Negativtrends der vergangenen Wochen vorerst ins Gegenteil um. Zuletzt kassierten die Münchner schließlich fünf Gegentreffer in Folge nach ruhenden Bällen. Und zum ersten Mal seit zuvor vier Partien in Folge gerieten sie mal nicht in Rückstand. Dennoch war das Pokalspiel der Bayern alles andere als berauschend.
Sportvorstand Max Eberl nannte „dieses Verteidigen, dieses mannhaft hier an der Alten Försterei Bestehen“ als die entscheidenden Schlüssel zum Erfolg. „Es war jetzt nicht viel Raffinesse, nicht elegant, was wir gespielt haben. Aber das war auch nicht angesagt heute, sondern Weiterkommen. Und das haben wir geschafft.“
Von t-online auf die Bedeutung dieses Moments für die Saison angesprochen, sagte Eberl: „Wir haben sehr, sehr dominant das erste Saisondrittel gespielt. Hatten dann Spiele, in denen wir in Rückstand geraten und zurückgekommen sind.“ Und weiter: „Wir hatten Spiele wie gegen PSG, wo wir brillant gespielt haben und auch schon verteidigen mussten. Und genau das Verteidigen haben wir heute wieder gebracht.“ Eberls Fazit: „Wir sind weiter und überwintern in allen drei Wettbewerben. Das ist das, was wir haben wollten.“
Auch der Traum von der Rückkehr ins knapp 30 Kilometer westlich von der Alten Försterei gelegene Berliner Olympiastadion, wo am 23. Mai wieder das Pokalfinale ausgetragen wird, lebt.
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte sind also zumindest geschaffen. Die negative spielerische Entwicklung der vergangenen Wochen sollte den Bayern gleichzeitig allerdings trotzdem zu denken geben. Der Flow und die Leichtigkeit sind ihnen in den vergangenen Wochen nämlich zunehmend abhandengekommen.
„Die zweite Halbzeit war sicher nicht der schönste Fußball“, gab auch Kane zu. „Aber wir haben einen Weg gefunden, uns durchzukämpfen. Ich bin stolz auf die Jungs.“
Dass Kane das so betonte, gefiel auch Kompany. „Harry weiß, dass man das braucht, wenn man am Ende bei den Preisen dabei sein will“, so der Belgier.
