Sie werden sich mehr Gedanken machen müssen: Wie gehen sie dieses Rückspiel am kommenden Mittwoch an? Spielen sie wieder so gewohnt offensiv? Dann besteht ständig das Risiko in der Verteidigung. Oder aber: Wird die Partie mehr von Taktik geprägt, von Sicherheit in der Abwehr? Ganz ehrlich: Ich glaube, dass die Bayern genau so weitermachen werden wie bisher. Denn natürlich sind sie dazu in der Lage, ein Tor Rückstand aufzuholen. Es ist jedoch ein Wagnis – ein hochgefährliches. Die Gefahr in die andere Richtung wird nämlich über 90 Minuten bestehen bleiben – gegen diese PSG-Mannschaft wird das ein Ritt auf der Rasierklinge.
Leider aber muss nach diesem atemberaubenden Spiel auch wieder einmal über ein leidiges Thema diskutiert werden. Denn der Elfmeter, den Schiedsrichter Sandro Schärer in der 45. Minute wegen eines vermeintlichen Handspiels von Bayerns Alphonso Davies für PSG gab, darf eigentlich kein Elfmeter sein. Bei der Flanke von Paris‘ Ousmane Dembélé prallte der Ball zunächst gegen Davies‘ Oberschenkel und von dort aus dann gegen den linken Arm des Kanadiers. Was soll er da denn machen?
Es gibt aber ein großes Problem: Die Schiedsrichter setzen in solchen Fällen nur um, was ihnen das verquaste Regelwerk vorgibt. Ihnen sind dabei die Hände gebunden, sie haben wenig bis gar keinen Spielraum. Das darf bei aller Kritik, die auch in der Bundesliga Woche für Woche auf die Unparteiischen einprasselt, nicht vergessen werden. Das Regelwerk knebelt die Schiedsrichter, von denen verlangt wird, sich sklavisch daran zu halten.
Und ich muss es so deutlich sagen: Das ist mitunter völlig bescheuert, was dort geschrieben steht, nicht nur bei der Handspiel-Regel. Dort muss sich etwas ändern. Denn mit klareren, angepassten Regeln wäre allen geholfen: den Schiedsrichtern, die entlastet würden. Den Spielern, die endlich genau wüssten, woran sie sind. Und auch den Fans, die die Entscheidungen besser nachvollziehen könnten – weil sie besser nachvollziehbar wären, mehr Sinn ergeben würden.
