Der FC Bayern scheitert im Halbfinale der Champions League auf dramatische Weise. Vor allem die Leistung des Schiedsrichters wirft Fragen auf.

Der Triple-Traum ist geplatzt. Der FC Bayern verpasst das Finale der Champions League nach zwei packenden Halbfinalduellen mit Paris Saint-Germain. Das hat auch sportliche Gründe – aber eben nicht nur. Es ist maximal bitter, eigentlich skandalös, dass das Halbfinalrückspiel, das die Bayern am Mittwochabend mit 1:1 beendeten, am Ende durch eine mehr als fragwürdige Schiedsrichterleistung mitentschieden wird.

Im Blickpunkt: João Pinheiro. Zwei diskussionswürdige Handszenen, keine Gelb-Rote Karte für PSG-Star Nuno Mendes, dazu ein nicht gegebener Elfmeter für die Bayern. Und auch, wenn der nicht gegebene Elfmeter trotz Handspiels von João Neves nach offizieller Regelauslegung seine Richtigkeit hatte, weil der Ball vom Mitspieler kam: Die große Masse an Fußballfans versteht diese Regelauslegungen einfach nicht mehr.

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe fasste bei „Bild“ später zusammen: „Wir machen das Regelwerk nicht für die Schiedsrichter und die Verbände, sondern für die Fußballer. Und die müssen die Handregeln nachvollziehen können. Das ist Strafstoß und muss auch immer Strafstoß sein.“

Es ist eine Farce, dass inzwischen immer wieder mehr über Schiedsrichter-Leistungen gestritten und gesprochen wird, als über die sportliche Leistung auf dem Platz. Vor einer Woche im Hinspiel gegen PSG (4:5) gab es einen fragwürdigen Elfmeter gegen Bayern, als eine Flanke am Arm von Alphonso Davies landete, der Ball jedoch vorher den Oberschenkel noch berührt hatte. Oder im Viertelfinal-Kracher gegen Real Madrid: Dort gab es einige strittige Szene in beiden Spielen. Im Rückspiel (4:3 für Bayern) hatte Antonio Rüdiger vor dem Treffer von Kylian Mbappé zum zwischenzeitlichen 3:2 allerdings Josip Stanišić gefoult – ein Pfiff blieb jedoch aus.

Und hier muss sich klar auch die Uefa hinterfragen: Der Unparteiische Pinheiro war bei noch keinem großen Turnier im Einsatz. Am Mittwochabend pfiff er erst sein 15. Königsklassen-Spiel, das achte in dieser Saison. Dass der europäische Fußballverband ein Halbfinale mit einem relativ unerfahrenen Schiedsrichter besetzt, ist ein Witz – und wird dem Ganzen nicht gerecht.

Das mussten die Bayern nun leidlich erfahren. Als Trainer Vincent Kompany nach dem Spiel bei DAZN die fragwürdigen Szenen nochmal vorgeführt werden, blieb ihm nur ein gequältes Lachen ob der Entscheidungen übrig. Man kann seine Reaktion verstehen.

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