Turnier in den USA, Kanada und Mexiko

Fans sehen „ungeheuren Verrat“ bei WM-Tickets – DFB reagiert

13.12.2025 – 19:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Julian Nagelsmann: Der Bundestrainer will mit Deutschland Weltmeister werden. (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Wer die drei Vorrundenspiele der DFB-Auswahl bei der WM live vor Ort verfolgen möchte, muss knapp 600 Euro berappen. Danach steigen die Preise. Die Fans sind entrüstet, der DFB ist besorgt.

Die Fußball-Fans schäumen wegen der horrenden WM-Ticketpreise – und auch der Deutsche Fußball-Bund bedauert die umstrittene Preispolitik des Weltverbandes Fifa. „Die WM ist von Deutschland aus gesehen weit weg und ein Besuch ist ohnehin mit größerem Aufwand und hohen Reisekosten verbunden. Auch deshalb hätten wir uns für unsere Fans insgesamt günstigere Tickets gewünscht“, sagte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig.

Laut der internationalen Fanvereinigung Football Supporters Europe müssen die Zuschauer in den jeweiligen Fanblöcken rund 6.900 US-Dollar (etwa 5.875 Euro) zahlen, um ihre Mannschaften bis zu einem möglichen Finale begleiten zu können. Dies sei fünfmal so viel wie beim WM-Turnier 2022 in Katar, wo es bis zum Endspiel eine Partie weniger gab als nun bei erstmals 48 Teilnehmern.

Die Organisation übte daher scharfe Kritik am Ticketverkauf und forderte einen sofortigen Stopp der aktuellen Verkaufsphase. Man sei „über die horrenden Ticketpreise entsetzt“, schrieb die Fanvereinigung in einer Mitteilung. Auch die Tatsache, dass den Fans die günstigste Kategorie vier für die jeweiligen Fanblöcke nicht zur Verfügung steht, sorgt für Wut und Entrüstung. „Dies ist ein ungeheurer Verrat an der Tradition der Weltmeisterschaft und ignoriert den Beitrag der Fans zu diesem Spektakel“, hieß es weiter.

Die Fifa äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu der Kritik. Dem DFB bleibt angesichts der Kostenexplosion bei der Endrunde im Sommer 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nur die Hoffnung, dass trotzdem viele deutsche Fans das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann vor Ort live bei der WM-Mission unterstützen. Dafür müssen diese aber tief in die Tasche greifen.

Die günstigsten Eintrittskarten im Fanblock der Nationalmannschaft sind für die erste Vorrundenbegegnung in Houston gegen Curaçao für 155 Euro zu bekommen. Gegen die Elfenbeinküste in Toronto müssen mindestens 190 Euro und für das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador in East Rutherford bei New York wenigstens 230 Euro bezahlt werden.

Die Preisspanne in den drei angebotenen Ticketkategorien reicht dabei bis zu 430 Euro (Curaçao), 515 Euro (Elfenbeinküste) und 600 Euro (Ecuador). Erreicht die deutsche Mannschaft das Finale, liegen die Preise pro Ticket im DFB-Kontingent zwischen 3.580 und 7.430 Euro.

Auf Zweitmarktplattformen werden Eintrittskarten für das Endspiel am 19. Juli sogar schon für 11.000 Dollar (rund 9.380 Euro) gehandelt. Zum Vergleich: Bei der WM 1994 in den USA lagen die Ticketpreise zwischen 25 und 475 US-Dollar. Vor drei Jahren in Katar betrug die Spanne 70 bis 1.600 US-Dollar. „Die Eintrittspreise legt allein die Fifa fest, darauf hat der DFB keinen Einfluss“, sagte Rettig zum rasanten Preisanstieg.

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