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Fan-Protest in Berlin – zwölf Minuten Stille

wochentlich.deBy wochentlich.de21 November 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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Fan-Protest in Berlin – zwölf Minuten Stille
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BTSV-Auswärtsspiel in Berlin

Fans kündigen Protest-Aktion an: „Für Erhalt der Fankultur“


21.11.2025 – 13:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Fans von Eintracht Braunschweig halten ihre Schals in die Höhe: Darauf werden sie in Berlin wohl zeitweise verzichten. (Quelle: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr/imago)

Zwölf Minuten schweigen: In deutschen Stadien wird es am Wochenende bisweilen offenbar ungewöhnlich still. Auch die Fans von Eintracht Braunschweig wollen sich am Protest beteiligen.

4.000 Braunschweiger reisen am Freitag zum Auswärtsspiel der Eintracht bei Hertha BSC (Anstoß: 18.30 Uhr). Dennoch wird es im Gästeblock des Berliner Olympiastadions wohl zeitweise ruhig bleiben – und nicht nur da. „Wir werden die ersten 12 Spielminuten schweigend verbringen!“, schreiben die Fanszenen Deutschlands in einer gemeinsamen Ankündigung. Diese teilten auch Fanorganisationen von Eintracht Braunschweig. Die Überschrift: „Für den Erhalt der Fankultur“.

Schon am vergangenen Sonntag hatten mehrere Tausend Fußballfans in Leipzig gegen die geplanten Maßnahmen der Politik in deutschen Stadien protestiert. Laut Polizeiangaben waren etwa 8.000 Anhänger von 38 Klubs dabei. Vom Dachverband der Fanhilfen hieß es, es seien mehr als 20.000 Fans von über 50 Vereinen gewesen.

Die Fanszenen in Deutschland halten die offenbar geplanten Maßnahmen der Innenministerien für überzogen und einseitig. Konkret richtet sich der Unmut der organisierten Fans gegen zentral verfügte Stadionverbote, das Personalisieren der Eintrittskarten und eine aus ihrer Sicht flächendeckende Überwachung. Der Kritikpunkt der Fanszenen: Fußballanhänger würden zunehmend pauschal als Sicherheitsrisiko behandelt werden.

Bundesweite Fan-Netzwerke, darunter der Verein Unsere Kurve und das Bündnis Aktiver Fußballfans, kritisierten das Vorgehen der „Bund-Länder-offene-Arbeitsgruppe“ (BLoAG) bereits vor der Demo in Leipzig in einem Statement scharf. In der BLoAG hatten in den vergangenen Monaten auf Einladung der Innenministerkonferenz (IMK) Vertreter von Politik, Polizei, dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) über die Sicherheit in Fußballstadien diskutiert.

„Die bisher bekannten Vorschläge und Maßnahmen lehnen wir entschieden ab“, hieß es in einem Schreiben der Fan-Netzwerke, das sich an die Innenminister und Senatoren der Länder richtete. Die Fans bemängelten zudem, dass der „bisherige Arbeitsprozess abgeschirmt und aus unserer Sicht bewusst ohne Beteiligung von Vereinen und Fans abläuft“. Die Netzwerke fordern daher, „den Prozess der BLoAG zu stoppen und von weiteren Beschlüssen auf der kommenden Innenministerkonferenz“ vom 3. bis 5. Dezember abzusehen.

In den Stadien folgt nun offenbar der nächste Schritt des Protests. Nachdem man in Leipzig mit Fahnen und Gesängen für die Sache eingestanden hatte, werde es nun zwölf Minuten lang weder Fan-Material noch Support in den Kurven geben, heißt es in der Ankündigung der Fans.

Auch die Vereine sind nach Ansicht der Anhänger nun in der Pflicht. Sie seien dazu angehalten, „sich diesen Plänen mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten zur Wehr zu setzen“, so die Fans. Die geplanten Änderungen würden freie Fankultur zerstören sowie massiv und unbegründet in die Vereinsstrukturen eingreifen. Die jahrelange Arbeit von Vereinen und deren Partnern werde ohne Anlass „mit Füßen getreten.“

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