Kritik von Opposition und DGB

Prien will beim Elterngeld kürzen

07.07.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Familienministerin Karin Prien (CDU) zu Besuch in einer Kita (Archivbild): Beim Elterngeld für die Baby-Betreuung will die Regierung kürzen. (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Die Bundesregierung plant Einschnitte beim Elterngeld. Nicht nur von der Opposition erntet Ministerin Prien harte Kritik für ihr Vorhaben.

Das Elterngeld soll nach einem Gesetzentwurf von Familienministerin Karin Prien (CDU) künftig nur noch zwölf statt 14 Monate gezahlt werden – und das auch nur dann, wenn Mütter und Väter jeweils mindestens drei Monate berufliche Auszeit nehmen. Zugleich soll der Mindestbetrag nach dem Vorschlag der Ministerin von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro angehoben werden.

Der Gesetzentwurf beinhalte auch eine Änderung des Mutterschutzgesetzes, hieß es weiter. „Mit der Neuregelung werden arbeitszeitliche Beschäftigungsverbote auf zwölf Monate nach der Entbindung eingeschränkt“, heiße es im Gesetzentwurf.

Eine Sprecherin des Familienministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Informationen des Portals „Politico“. Der Gesetzentwurf sei aber noch in der Ressortabstimmung, hieß es.

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Opposition und Gewerkschaften kritisierten den Vorstoß. Das sei „die Bankrotterklärung einer Regierung, die Kinder offensichtlich nur noch als Luxusgut begreift“, sagte die Linken-Familienpolitikerin Mandy Eißing der Nachrichtenagentur AFP.

Mehr Anreize für Väter zu schaffen, seien „schön und gut, aber nicht, wenn man gleichzeitig die gesamte Bezugsdauer zusammenstreicht“, sagte Eißing weiter. Doch kritisierte die Linken-Abgeordnete: Die angedachte Reform „klaut Familien wertvolle Zeit“. Zudem sei die „mickrige Beitragserhöhung“ angesichts explodierender Lebensmittelpreise „ein schlechter Scherz“. Echte Partnerschaftlichkeit gebe es, wenn beide Elternteile ein volles, eigenes Jahr für ihr Kind bekämen, führte sie aus.

DGB sieht „gesellschaftspolitischen Rückschritt“

Grünen-Fraktionsvize Misbah Khan sagte AFP, sie habe zwar „Verständnis für die angespannte Haushaltslage“, jedoch sei es eine politische Entscheidung, wo gekürzt werde. „Wer ausgerechnet beim Elterngeld den Rotstift ansetzt, sendet ein fatales Signal an alle Familien im Land.“ Statt das Elterngeld zu kürzen, brauche es „endlich eine Reform, die Familien spürbar entlastet und ihre Situation verbessert, nicht verschlechtert“.

Die DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack erklärte zu den Plänen aus dem Familienministerium, dass ein zusätzlicher verbindlicher Elterngeldmonat die einzige positive Nachricht sei. Der Rest sei „gleichstellungspolitisch ein Rückschritt“, fuhr sie fort. „So wird das nichts mit mehr Partnerschaftlichkeit in der Familie.“ Um faire Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern zu fördern, müsse es mehr finanzielle Anreize geben, „wie sie im Koalitionsvertrag auch versprochen wurden“.

DGB-Vize Elke Hannack lehnt den Vorstoß ab. (Archivbild) (Quelle: Britta Pedersen/dpa/dpa-bilder)
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