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Fakten und Mythen über Hafer, Soja und Mandel

wochentlich.deBy wochentlich.de31 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Tag der Milch

Pflanzendrinks statt Kuhmilch: Was wirklich dahintersteckt

31.05.2026 – 13:46 UhrLesedauer: 3 Min.

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Haferdrink und Kuhmilch: Faktencheck entlarvt Gesundheits-Mythen – Nährstoffe zählen. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

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Pflanzendrinks gelten als gesünder, allergiefreundlicher und die bessere Wahl. Ein Faktencheck zeigt, wo Mythen platzen und worauf es bei Nährstoffen ankommt.

Hafer, Soja, Mandel: Pflanzendrinks stehen in vielen Kühlschränken – und in der Diskussion. Sind sie tatsächlich gesünder als Kuhmilch, besser fürs Klima oder automatisch die richtige Wahl bei Allergien? Ein Faktencheck zeigt: Manches stimmt weitgehend, vieles ist pauschal falsch.

Behauptung: Pflanzendrinks sind gesünder als Kuhmilch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) widerspricht. Milch und Milchprodukte enthielten von sich aus gut verfügbares Eiweiß, das für Muskelaufbau und -erhalt unverzichtbar sei. Zudem würden Kalzium für die Knochengesundheit sowie Vitamine und Jod geliefert. In pflanzlichen Alternativen fänden sich diese Mikronährstoffe in relevanten Mengen dagegen oft erst durch entsprechende Anreicherung. Wer auf Milchprodukte verzichtet, sollte nach Einschätzung der Experten deshalb auf die ausgewiesene Zutatenliste bei Pflanzendrinks achten oder die fehlenden Nährstoffe anderweitig ersetzen.

Behauptung: Bio-Pflanzendrinks ersetzen Kuhmilch-Nährstoffe

Bio, also gesund? Im Fall von ökologisch erzeugten Pflanzendrinks stimmt das nicht – zumindest, was wichtige Nährstoffe wie etwa Calcium, Vitamine und Jod angeht. Der Grund: Bio-Lebensmitteln dürfen laut EU-Öko-Verordnung 2018/848 Vitamine und Mineralstoffe nur dann zugesetzt werden, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Für pflanzliche Milchalternativen gibt es eine solche Vorschrift nicht, deshalb dürfen ihnen keine Nährstoffe beigefügt werden. Einige Hersteller umgehen das Verbot, indem sie Kombinationsdrinks anbieten – etwa als Hafer-Alge-Drink, in dem calziumhaltige Bio-Algen verwendet werden. Diese Praxis ist allerdings rechtlich umstritten.

Behauptung: Für Allergiker sind Pflanzendrinks die bessere Wahl

Bewertung: überwiegend falsch

Wer auf Milcheiweiß allergisch reagiert oder laktoseintolerant ist, greift gern zu Pflanzendrinks. Sie sind aber nicht immer die Lösung, denn sie können je nach Ausgangsstoff, Herstellung und Kennzeichnung relevante Risiken für Allergiker bergen. Viele Milchalternativen enthalten selbst deklarationspflichtige Allergene und müssen entsprechend gekennzeichnet sein, etwa wenn sie auf Soja, Nüssen, Gluten/Hafer oder Lupinen basieren.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund weist zudem auf die Unsicherheiten hin, wenn auf Verpackungen auf „Spuren von“ potenziellen Allergenen hingewiesen wird. Denn auch wenn der Drink nicht aus einem Allergen besteht, kann es durch Herstellungsanlagen oder Lieferketten zu unbeabsichtigten Einträgen kommen.

Behauptung: Kinder brauchen Kuhmilch für gesundes Wachstum

Bewertung: bedingt richtig

Gerade Kleinkinder sind nach Einschätzung von Wissenschaftlern auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wie Calcium, Jod, Vitamin B2, Vitamin B12 und Eiweiß angewiesen. Anders als Kuhmilch enthalten Pflanzendrinks, ganz gleich aus welchem Rohstoff sie hergestellt werden, von Natur aus aber keine oder kaum nennenswerte Mengen dieser milchtypischen Nährstoffe. „Pflanzendrinks sind daher kein gleichwertiger Ersatz für Kuhmilch“, urteilt das vom Bundesernährungsministerium geschaffene Netzwerk „Gesund ins Leben“. Die Experten empfehlen daher qualifizierte Ernährungsberatung, um die Versorgung mit allen lebenswichtigen Nährstoffen sicherzustellen, wenn Eltern Milchprodukte vermeiden wollen.

Tatsächliche Risikofaktoren seien allerdings kaum zu berechnen: Dafür sei die Datenlage zu dünn. Die Auswirkungen auf die spätere Gesundheit und das Wachstum seien unzureichend untersucht, melden auch Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts für Ernährung und Lebensmittel. Vergleichende Querschnitts- oder Kohortenstudien hätten jedoch gezeigt, dass ein hoher Verzehr von pflanzenbasierten Milchalternativen in der frühen Lebensphase das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen erhöhen könne.

Behauptung: Pflanzendrinks schonen das Klima

Bewertung: weitgehend richtig

Milch ist in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel, trägt aber erheblich zum CO2-Fußabdruck der Ernährung bei. Ein Vergleich pro Liter zeigt: Kuhmilch schneidet bei Umweltkennzahlen deutlich schlechter ab als alle pflanzlichen Optionen, wie eine Übersichtsstudie aus dem Jahr 2018 ergab. So seien etwa dreimal so viele Treibhausgase, rund zehnmal so viel Flächenbedarf, deutlich höherer Wasserverbrauch und stärkere Überdüngung registriert worden, fasst Wissenschaftsautorin Hannah Ritchie die Ergebnisse für „Our World in Data“ zusammen.

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