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Finanzen

Fahrradbauer nach 175 Jahren insolvent – 100 Jobs in Gefahr

wochentlich.deBy wochentlich.de14 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Rund 100 Arbeitsplätze in Gefahr

Nach 175 Jahren: Fahrradhersteller Böttcher ist insolvent


Aktualisiert am 14.10.2026 – 10:59 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein Fahrrad der Firma Böttcher auf einer Messe (Archivbild): Nach 175 Jahren ist die Firma aus Schleswig-Holstein insolvent. (Quelle: IMAGO/Bjoern Reichert)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Der Fahrradbauer Böttcher aus Dithmarschen ist insolvent. Zunächst soll der Betrieb mit knapp 100 Beschäftigten weiterlaufen, ein Investor wird gesucht.

Die Böttcher Fahrräder GmbH aus Wesseln im schleswig-holsteinischen Kreis Dithmarschen hat Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht Meldorf bestellte am 7. Oktober 2026 Rechtsanwalt Vanja Alexander Kovacev von der Wirtschaftskanzlei CMS zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter, teilte die Kanzlei in einer Pressemitteilung mit.

Die Gehälter der knapp 100 Beschäftigten sind nach Angaben der Kanzlei zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Bereits erteilte Kundenaufträge sollen planmäßig abgearbeitet werden, neue Aufträge nehme das Unternehmen weiterhin an. „Wir rechnen derzeit nicht mit Verzögerungen bei der Bearbeitung bestehender Aufträge“, sagte Geschäftsführer Hauke Niemann. Auch an den bevorstehenden Böttcher Bike Days werde das Unternehmen Kunden empfangen und neue Aufträge entgegennehmen.

Suche nach Investor läuft

Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb nachhaltig zu sichern und eine tragfähige Lösung für die Fortführung zu entwickeln, teilte CMS mit. Ein vorläufiger Gläubigerausschuss überwache und unterstütze die Sanierung.

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Die Geschäftsführung habe bereits vor dem Insolvenzantrag umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und einen strukturierten Investorenprozess angestoßen, erklärte Kovacev. Darauf könne man unmittelbar aufbauen. Der Prozess solle fortgesetzt werden, zudem wolle man die bestehenden Sanierungsoptionen prüfen. „Interessierte Investoren sind ausdrücklich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen“, sagte Kovacev.

Vor dem Antrag hatte die Restrukturierungskanzlei SJPP das Unternehmen beraten. Den Investorenprozess begleitet laut Mitteilung ein Team der Enomyc GmbH. Gründe für die Insolvenz nennt die Mitteilung nicht. Ob Böttcher dauerhaft fortgeführt werden kann, ist offen.

Böttchers Wurzeln reichen bis 1851 zurück

Böttcher stellt Fahrräder her und ist zugleich im Fahrradgroßhandel tätig, vor allem für gewerbliche Kunden. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen laut Mitteilung einen Umsatz von rund 18,1 Millionen Euro. In diesem Jahr wurde die Marke neu positioniert, zudem entwickelte Böttcher das Angebot an individuell konfigurierbaren und vollständig ausgestatteten Rädern weiter.

Ihre Geschichte führt die Firma auf das Jahr 1851 zurück. Damals gründete Johann Heinrich Böttcher in Heide ein Tuch- und Manufakturwarengeschäft, wie das Portal „chip.de“ berichtet. Fahrräder und eigene Fahrradmarken kamen demnach erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hinzu.

Als ältester durchgehend produzierender Fahrradhersteller Deutschlands gelten laut „chip.de“ die Diamant Fahrradwerke, die 1885 in Reichenbrand bei Chemnitz gegründet wurden. Die Ursprünge weiterer bekannter Marken wie Victoria, Mifa und Kalkhoff liegen demnach in den Jahren 1886 bis 1919.

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