Er trainierte einst beim VfB Stuttgart

Brasilianisches Fußballtalent fährt 84-Jährigen tot

06.08.2026 – 11:40 UhrLesedauer: 2 Min.

São Paulos Nicolas Bosshardt (r., gegen Gladbachs Wael Mohya) bei einem A-Junioren-Turnier 2025 in Sindelfingen (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/imago)

Nicolas Bosshardt ist mit Teamkollegen im Auto unterwegs, als er einen Mann erfasst, der die Straße überquert. War Bosshart zu schnell? Eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung steht im Raum.

In in der brasilianischen Stadt Barueri bei São Paulo ist ein 84-jähriger Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Am Steuer saß der 19 Jahre alte Fußballprofi Nicolas Bosshardt vom FC São Paulo.

Bosshardt hatte zuvor zusammen mit seinen ebenfalls 19 Jahre alten Teamkollegen Igor Felisberto und Ryan Francisco ein Einkaufszentrum in der Stadt besucht und stieg danach in seinen BMW. Laut Polizeibericht erfasste er um 21.53 Uhr Ortszeit den Mann, der gerade eine Straße überquerte. Nach Angaben seiner Anwälte blieb der Linksverteidiger am Unfallort, leistete erste Hilfe und alarmierte den Rettungsdienst. Der 84-Jährige starb jedoch später an seinen Verletzungen.

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Zeugen berichten, Bosshardt sei mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Die Polizei prüft deshalb, ob er und seine Mitspieler in ein illegales Autorennen verwickelt waren. Bosshardt weist diesen Vorwurf zurück. Er gibt an, etwa 50 km/h gefahren zu sein. Demnach habe er noch versucht, dem Mann auszuweichen.

War es fahrlässige Tötung?

Nach einer Anhörung am Dienstag kam Bosshardt zunächst wieder auf freien Fuß. Die zuständige Richterin verpflichtete ihn jedoch, einmal im Monat persönlich vor Gericht zu erscheinen und jede Änderung seiner Wohnadresse mitzuteilen. Außerdem darf er seinen Wohnort ohne vorherige Information nicht länger als acht Tage verlassen. Sein Führerschein wurde eingezogen. Die Richterin machte deutlich, dass aus ihrer Sicht genügend Hinweise für eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung vorliegen.

Bosshardt gilt als großes Talent und stand bereits im Fokus internationaler Klubs, etwa dem FC Barcelona. Durch eine Kooperation zwischen dem VfB Stuttgart und São Paulo trainierte er 2025 vier Wochen lang bei der U19 und U21 des Bundesligisten. Auch der Schweizer Verband beobachtet den Linksverteidiger: Wegen seiner Vorfahren besitzt er neben der brasilianischen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Nationaltrainer Murat Yakin sagte im März: „Er ist absolut auf dem Radar. Er ist Linksverteidiger, kräftig, jung, spielt in einer Top-Liga.“

Für São Paulos Profimannschaft absolvierte Bosshardt in der laufenden Saison bisher einen Kurzeinsatz in der ersten brasilianischen Liga.

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