Urteil bislang nicht rechtskräftig
Neunjähriger stirbt bei Busunfall – Fahrer freigesprochen
22.07.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein neunjähriger Junge wurde an einer Hamburger Bushaltestelle von einem Linienbus tödlich erfasst. Nun ist der angeklagte Fahrer vor Gericht freigesprochen worden.
Fast zweieinhalb Jahre nach einem tödlichen Busunfall in Hamburg ist der angeklagte Fahrer freigesprochen worden. Das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf sah es als nicht erwiesen an, dass der 71-Jährige den Tod des neunjährigen Jungen hätte verhindern können.
Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig. Der Unfall ereignete sich im Februar 2024 an einer Bushaltestelle in Hamburg. Ein Linienbus überrollte dort einen neunjährigen Schüler, der dabei tödlich verletzt wurde.
Staatsanwaltschaft beantragte selbst Freispruch
Zu Beginn des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft dem Busfahrer fahrlässige Tötung vorgeworfen. Nach ihrer Auffassung war der 71-Jährige zu schnell gefahren, hatte den Jungen nicht ausreichend beachtet und vor dem Einfahren in die Haltestelle kein Warnsignal abgegeben.
Im Plädoyer änderte die Anklagebehörde jedoch ihre Einschätzung. Sie beantragte ebenso wie die Verteidigung einen Freispruch und schloss sich damit der Bewertung eines Sachverständigen an, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Nebenklage forderte dagegen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung.
Im Gerichtssaal eskaliert es
Nach Überzeugung des Gerichts hätte der Fahrer den Unfall auch bei einer Geschwindigkeit von 30 statt 34 Kilometern pro Stunde nicht verhindern können. Auch ein Ausweichmanöver sei mit dem Gelenkbus technisch nicht möglich gewesen.
Der „NDR“ berichtete, dass die Mutter des getöteten Jungen nach der Urteilsverkündung die Fassung verloren habe. Demnach habe sie die Staatsanwältin angeschrien und versucht, auf den Busfahrer zuzugehen.
