Die EZB-Fachleute warnen: „Ein plötzlicher Stopp der Lieferungen von Seltenen Erden aus China in die USA hätte erhebliche Auswirkungen auf die Unternehmen im Euroraum, da US-Unternehmen eine zentrale Stellung im globalen Versorgungsnetz einnehmen.“
Nach dem Nexperia-Schock reagiert auch die EU. „Das Ziel ist, kurz-, mittel- und langfristig den Zugang zu alternativen Quellen von kritischen Rohstoffen für unsere europäischen Industrien sicherzustellen“, pochte Kommissionschefin von der Leyen am Wochenende auf einer Konferenz in Berlin auf mehr Unabhängigkeit von China.
Die EU arbeite an einem Plan, der die Unabhängigkeit von Importen aus China in diesem Bereich zum Ziel hat, erklärte von der Leyen. Dabei orientiere sich Brüssel „an der Initiative, die uns geholfen hat, gemeinsam die Energiekrise zu überwinden, nachdem (Russlands Präsident Wladimir) Putin uns den Zugang zu russischen fossilen Brennstoffen verwehrt hatte.“
Die EU hatte bereits 2022 das Gesetz über kritische Rohstoffe verabschiedet. So sollen bis 2030 zehn Prozent der Schlüsselelemente in der EU geschürft werden, 25 Prozent in Europa veredelt und 40 Prozent hier aus alten Produkten zurückgewonnen werden. Von der Leyen betonte bei ihrer Rede in Berlin vor allem die Bedeutung des Rohstoff-Recyclings.
Dennoch warnt die EZB vor Auswirkungen des sich verschärfenden Handelsstreits zwischen Trump und Xi. „Der Euroraum ist weiterhin inflationsbedingten und wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, da er von der Versorgung kritischer Industrien mit Seltenen Erden durch China abhängig ist“, so die Studie.
