Extreme Bedingungen an der Zugspitze

Bergführer treffen klare Entscheidung


02.09.2026 – 12:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Gipfelkreuz auf der Zugspitze (Archivbild): Die spektakuläre Route durch das Höllental birgt zunehmend größere Gefahren. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)

Zu gefährlich, nicht mehr zu verantworten: Eine Bergschule spricht von „außergewöhnlichen Verhältnissen“ an der Zugspitze – und zieht Konsequenzen.

Die staatlich geprüften Bergführer der in Garmisch-Partenkirchen ansässigen Bergschule Vivalpin haben aufgrund der aktuellen Verhältnisse an der Zugspitze eine eindeutige Entscheidung getroffen: Bis auf Weiteres wird es keine Gruppenführungen mehr durch das Höllental auf Deutschlands höchsten Berg geben.

Betroffen ist der laut dem Deutschen Alpenverein (DAV) beliebteste und abwechslungsreichste Anstieg auf die Zugspitze. Der Alpenverein nennt den Weg durch die Höllentalklamm „spektakulär“.

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Doch die Route wird immer schwieriger zu bewältigen. Der Grund ist der Zustand des Höllentalferners, einem der letzten Gletscher Deutschlands. Das fortgesetzte Abschmelzen des Eispanzers habe dazu geführt, dass der Einstieg vom Gletscher in den Klettersteig darüber inzwischen zehn Meter tiefer liegt als normal, teilte Vivalpin mit.

Gletscher inzwischen komplett schneefrei

Bereits Ende vergangener Woche hatten die Bergführer gewarnt: Wegen der weiterhin hohen Temperaturen sei der Gletscher inzwischen komplett schneefrei und entsprechend anspruchsvoller zu begehen. Im oberen Bereich würden sich zunehmend Gletscherspalten bilden, die teilweise umgangen werden müssten.

Der Höllentalferner: Von allen deutschen Gletschern könnte er am längsten bestehen bleiben. (Quelle: Angelika Warmuth/dpa/dpa-bilder)

Mittlerweile hat sich die Situation weiter verschärft, die Bergschule spricht von „außergewöhnlichen Verhältnissen“ am Gletscher. Die Route ist zwar nicht gesperrt, aber Vivalpin rät „dringend“ von einer selbstständigen Begehung bei unzureichender Erfahrung oder fehlender alpinistischer Ausbildung ab.

Deutsche Gletscher in zwei Jahren um ein Viertel geschrumpft

In Bayern gibt es noch vier Gletscher, zwei davon an der Zugspitze. Sie alle haben im Zuge der Klimakrise in den vergangenen Jahren in erheblichem Umfang an Masse verloren. Eine Vermessung im Herbst 2025 durch ein Team von Glaziologen der Hochschule München und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zeigte einen Flächenverlust von 27 Prozent seit 2023.

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