Und worauf sollten Sparer neben der Produktvariante noch achten?
Mindestens genauso wichtig sind die Kosten. Viele übersehen, dass der gesetzliche Kostendeckel von 1 Prozent nur für das Standardprodukt gilt, also für die vorkonfigurierte Einsteigervariante. Dabei können selbst kleine Kostenunterschiede langfristig enorme Auswirkungen haben: Über 40 Jahre macht der Unterschied zwischen 0,2 und 1 Prozent laufenden Kosten schnell mehrere Zehntausend Euro aus.
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Wer stattdessen auf günstige ETFs mit Kosten von 0,1 bis 0,2 Prozent setzt, kann deutlich mehr von seiner Rendite behalten. Deshalb sollten Sparer nicht automatisch zum Standardprodukt greifen, sondern die Kosten genau vergleichen.
Das stärkste Argument für das Altersvorsorgedepot ist die staatliche Förderung.
Natascha Wegelin
Viele Riester-Sparer fragen sich jetzt, ob sie möglichst schnell in das neue Altersvorsorgedepot wechseln sollten. Ist das sinnvoll?
Grundsätzlich gilt: nichts überstürzen. Das Altersvorsorgedepot startet erst 2027, und bestehende Riester-Verträge laufen auch danach unverändert weiter. Es gibt weder eine automatische Kündigung noch eine automatische Umwandlung. Deshalb besteht kein Anlass, vorschnell zu handeln. Sinnvoller ist es, die Zeit bis zum Start zu nutzen, um die eigene Altersvorsorgestrategie zu überprüfen und sich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. So lassen sich später fundierte statt übereilter Entscheidungen treffen.
Wenn man Ihnen zuhört, könnte man den Eindruck gewinnen: Garantien kosten Rendite. Ist das Altersvorsorgedepot am Ende doch nicht die große Lösung, als die es verkauft wird?
Nein, so weit würde ich nicht gehen. Das stärkste Argument für das Altersvorsorgedepot ist die staatliche Förderung. Sie ist letztlich geschenktes Geld, das es bei einem normalen Depot nicht gibt. Darauf freiwillig zu verzichten, halte ich in den meisten Fällen nicht für sinnvoll.
Man sollte die Nachteile kennen. Das Geld ist grundsätzlich bis zum Rentenalter gebunden und steht vorher nicht flexibel zur Verfügung. Außerdem werden die Auszahlungen später nicht wie Gewinne aus einem normalen Depot mit der Abgeltungsteuer besteuert, sondern als Einkommen versteuert. Je nach persönlicher Situation kann das teurer sein. Deshalb würde ich nicht auf Entweder-oder setzen: Die staatliche Förderung sollte man möglichst mitnehmen, gleichzeitig kann ein freies Depot sinnvoll sein, um flexibel Vermögen aufzubauen und zusätzliche Anlageoptionen zu nutzen.
