Kaufen oder warten?
Heizölkauf: Diese Strategie empfehlen Experten
15.05.2026 – 11:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Heizölpreis hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt. Wer jetzt auf günstigere Zeiten wartet, könnte am Ende draufzahlen.
Die Heizsaison ist vorbei, und viele Tanks sind geleert. Für viele Besitzer von Ölheizungen beginnt jetzt langsam die Zeit, ihren Vorrat wieder aufzufüllen. Denn im Frühsommer sinkt der Heizölpreis in der Regel auf ein besonderes niedriges Niveau – meist sogar auf seinen Jahrestiefstwert. Doch momentan sieht es nicht so aus, als würde der Preis in den kommenden ein oder zwei Monaten signifikant sinken. Also doch lieber jetzt kaufen?
Die Preisentwicklung
Seinen Jahrestiefstwert erreichte der Heizölpreis am 8. Januar (91,20 Euro/100 Liter). Doch kurz nach der Eskalation in Nahost, dem Beginn des Iran-Kriegs und der Blockade in der Straße von Hormus schoss er weit über die 130-Euro/100-Liter-Marke. Bis heute. So kosten 100 Liter Heizöl derzeit 136,90 Euro – vor einer Woche kostete die gleiche Menge noch 131,70 Euro. Tendenz weiter steigend.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis laut dem Heizölpreisportal Tecson bei 96,10 Euro je 100 Liter. Im zweiten Quartal 2026 sind es im Schnitt 143,30 Euro.
Das zeigt, dass die Heizölpreise in diesem Jahr so unberechenbar wie selten zuvor sind.
Info
Bei den Angaben handelt es sich um bundesweite Brutto-Durchschnittswerte. Basis dafür ist eine Bestellmenge von 3.000 Litern Heizöl in Standardqualität.
- Fall in Sachsen-Anhalt: Polizei warnt vor Heizöl-Betrug
- Durchschnittswerte: Ölheizung: Ist Ihr Verbrauch zu hoch?
Preise werden nur geringfügig sinken
Angesichts der Volatilität fragen sich Besitzer von Ölheizungen, wann der beste Zeitpunkt zum Auffüllen des Tanks ist. Tatsächlich gibt es keinen perfekten Kaufzeitpunkt. Der Grund ist die weiterhin unberechenbare Situation im Iran-Krieg. Die Situation könnte sich täglich, ja sogar stündlich ändern.
Allerdings soll Berichten zufolge die iranische Ölinfrastruktur durch Kriegshandlungen beschädigt, blockiert oder in ihrer Funktion stark eingeschränkt sein. So ist etwa das wichtigste Ölexportterminal des Iran auf der Insel Kharg seit diesem Monat außer Betrieb. Bis die Infrastruktur wieder aufgebaut ist, wird es voraussichtlich Jahre dauern. Das gilt sowohl für die Öl- als auch für die Gasanlagen.
Dementsprechend könnte der Ölpreis noch etwas länger erhöht sein. Allerdings könnten bei einem Ende des Iran-Kriegs wieder Tanker die Straße von Hormus passieren und somit 20 Prozent der weltweit gehandelten Ölmenge geliefert werden.
Angesichts dessen sollten Heizölkunden nicht auf einen Literpreis von 1 Euro in diesem Jahr spekulieren (100 Euro/100 Liter). Schon 1,10 Euro/Liter im Mai, Juni oder Juli – wenn die Preise tendenziell am niedrigsten sind – könnte nicht erreicht werden, mutmaßen Analysten. Allerdings kann niemand seriös sagen, wo die Preise im Laufe der nächsten Monate und vor Beginn der nächsten Heizsaison im Herbst stehen werden. Gut möglich, dass sie höher oder gar niedriger sind. Eine verlässliche Prognose ist nicht möglich.
