Eindeutige Aufnahmen

Experte überzeugt: Timmy war eine Kuh


Aktualisiert am 20.05.2026 – 15:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Timmy genannte Wal vor der dänischen Insel Anholt: Jetzt offenbart sich das Geschlecht. (Quelle: Marcus Golejewski/dpa)

Der vor Dänemark gestrandete Walkadaver gibt ein Geheimnis preis: Anders als bisher angenommen, war Timmy wohl kein Bulle – sondern eine Walkuh.

Wochenlang galt der Timmy genannte Wal als junger Bulle, die private Rettungsinitiative zeigte sich gar felsenfest überzeugt davon. Aber jetzt belegen Aufnahmen: Das war wohl ein Irrtum. Timmy war weiblich.

Wal-Experte Fabian Ritter sagte t-online am Mittwoch, er sei sich „zu 95 bis 100 Prozent“ sicher. Grundlage sind Fotos, auf denen die aufgequollene Geschlechtsöffnung des auf dem Rücken liegenden Kadavers deutlich zu erkennen sind. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

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Im Gespräch mit t-online verweist Ritter auf zwei Details: Bei einem männlichen Wal würde der Penis herausfallen, da mit dem Tod die Muskulatur erschlafft und das sonst im Genitalschlitz verborgene Geschlechtsteil nicht mehr zurückgehalten wird. Außerdem weist Ritter auf zwei Schlitze rechts und links neben der Geschlechtsöffnung hin: Bei ihnen handelt es sich dem Experten zufolge um Milchdrüsenspalten – in denen Walkühe ihre Zitzen haben, durch die sie ihre Kälber mit Muttermilch versorgen.

Im Video | Timmy ist tot: So wurde der Wal identifiziert

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Quelle: dpa

Ritter betont, er habe mit anderen Wal-Experten Rücksprache gehalten. Die kämen alle zu derselben Einschätzung wie er. „Letzte Sicherheit wird die DNA-Probe bringen“, sagte Ritter t-online.

Aber: Wenn sich die Experten jetzt so sicher sind – wieso hieß es dann bisher immer, Timmy sei ein junger Bulle? Ritter dazu: „Äußerlich ist es wirklich schwer, einen lebenden Walmann von einer Walfrau zu unterscheiden.“ Fehler würden passieren, denn: Wale versenken ihre Geschlechtsteile im Körperinneren, um die perfekte Stromlinienform zu erhalten.

Es sei allerdings „seltsam“, dass die private Rettungsinitiative sich so absolut sicher gab, dass es sich bei Timmy um ein Männchen handelte. „Das ist ein Bulle“, hatte Tierärztin Kirsten Tönnies über Timmy erklärt. „Somit hat das Tier keinen Uterus.“

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte die Behauptung auf einer Pressekonferenz aufgestellt, einem Ministeriumssprecher zufolge war die Quelle der aus Amerika eingeflogenen Wal-Experten Jeffrey Foster. „Der hätte sich eigentlich nicht festlegen dürfen“, urteilt Ritter jetzt. Er frage sich, wie Foster zu seinem Schluss gekommen sein will.

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