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Experte entlarvt Preisaufschlag von 118 Prozent

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Experte entlarvt Preisaufschlag von 118 Prozent
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Neue Zahlen decken auf

Der große Billig-Bluff der China-Autos


13.01.2026 – 16:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Teurer Import: Chinesische Hersteller verlangen in Europa massive Aufschläge, statt die Preise wie erwartet zu drücken. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Die EU schützt ihre Autobauer mit Mindestpreisen für E-Autos aus Fernost. Doch die befürchtete Dumping-Gefahr ist ein Phantom.

Brüssel hält an seinen Schutzwällen fest. Um Strafzölle zu umgehen, müssen chinesische Hersteller Mindestpreise akzeptieren. Wer zu billig anbietet, wird abgestraft. Die EU-Kommission fürchtet unfaire Subventionen aus Peking, die China-Autos einen deutlichen Preisvorteil verschaffen. Doch ein Experte warnt vor einem gewaltigen Denkfehler der Politik.

Von Dumping fehlt in Europa jede Spur, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR). Im Gegenteil: Chinesische Marken wie BYD oder MG verkaufen ihre Autos bei uns als Luxusware.

In einer Studie rechnet er vor, wie absurd die Lage ist: 13 untersuchte Modelle kosten in China netto durchschnittlich 14.936 Euro. In Europa verlangen die Händler für dieselben Autos im Schnitt 32.573 Euro – plus Mehrwertsteuer. Das ist ein Aufschlag von 118 Prozent.

Dudenhöffer räumt mit dem Dumping-Mythos auf: „Beim aktuellen Preisniveau in Europa dürfte es für die chinesischen Hersteller noch deutliche Spielräume für Preissenkungen geben.“ Die Hersteller könnten ihre Preise also massiv senken und lägen trotzdem noch weit über den EU-Mindestpreisen.

Billig-Angebote planen die Konzerne derzeit jedoch nicht. Die Gründe liegen in der teuren Markteinführung: „Hohe Werbe- und Vertriebskosten erlauben bei den kleinen Verkaufszahlen derzeit keinen Preiskrieg.“

Für deutsche Autohäuser sind Marken aus China längst eine Überlebensstrategie. Die Strafzölle der vergangenen Jahre trafen die Branche hart. Auch deutsche Firmen, die im Fernen Osten produzieren, gerieten ins Visier. Die Folgen: Preis-Chaos und verunsicherte Kunden.

Deshalb bewertet das Kfz-Gewerbe (ZDK) die EU-Leitlinie für Mindestpreise positiv. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn sieht darin einen Rettungsanker für die Planungssicherheit: Mindestpreise könnten hier Stabilität schaffen, ohne den Wettbewerb grundsätzlich auszuschalten.

Ob die Mindestpreise den Markt beruhigen oder am Ende nur die Preise für die Autofahrer künstlich hochhalten, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Der Traum vom günstigen E-Auto rückt durch diese Vorgaben erst einmal in weite Ferne.

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