Sender trauert
Früherer ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser ist tot
09.10.2026 – 22:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor fast 40 Jahren wurde Klaus Bresser zum ZDF-Chefredakteur ernannt. Nun ist der Fernsehmacher im Alter von 90 Jahren verstorben.
Er prägte die deutsche Fernsehlandschaft wie kaum ein anderer. Die ZDF-Laufbahn von Klaus Bresser begann im Dezember 1977. Damals war er maßgeblich an der Konzeption des „heute journal“ beteiligt und moderierte die Sendung sechs Jahre lang. Einem breiten Publikum wurde der Journalist schließlich als Moderator von politischen Interviewsendungen wie „Was nun, …?“ bekannt. Seinen Karriere-Höhepunkt feierte er 1988, als er zum ZDF-Chefredakteur ernannt wurde.
Damit trat Klaus Bresser die Nachfolge von Reinhard Appel an und revolutionierte das öffentlich-rechtliche Fernsehen insgesamt zwölf Jahre lang, indem er Kult-Sendereihen wie das „ZDF-Morgenmagazin“ oder „frontal“ einführte. Jetzt verkündete das ZDF, dass der Fernsehmacher am 7. Oktober mit 90 Jahren in Berlin verstorben ist. ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler schrieb in einem Statement: „Wir trauern um einen entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags.“
Klaus Bresser habe laut Himmler „das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang“. Auch die amtierende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten trauerte öffentlich um den 90-Jährigen und ließ verlauten: „Klaus Bresser steht für präzises journalistisches Handwerk. Sendungen wie das ‚heute journal‘ und ‚Was nun, …?‘ wirken bis heute nach. Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten.“
Klaus Bresser wurde in der Vergangenheit immer wieder für sein Schaffen geehrt. Er erhielt 1987 die Goldene Kamera und bekam im Jahr 2000 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz überreicht. Bereits in jungen Jahren konnte er sich für den Journalismus begeistern und schrieb noch vor seinem Abitur für Lokalzeitungen in Aachen. Nach seinem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Soziologie in Köln war er ab 1958 Volontär beim „Kölner Stadt-Anzeiger“.
