Elf Jahre nach lebensbedrohlicher Verletzung

Ehemaliger Profiboxer mit 33 Jahren verstorben

Aktualisiert am 14.08.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Prichard Colón im Ring: Der ehemalige Profiboxer ist gestorben. (Quelle: IMAGO/Tom Hogan/www.hoganphotos.com)

Der frühere Profiboxer Prichard Colón ist tot. Fast elf Jahre lang hat er mit den Spätfolgen einer schweren Hirnverletzung gelebt.

Traurige Nachricht aus dem Boxsport. Prichard Colón ist verstorben. Das gab sein Vater und ehemaliger Trainer Richard Colón über die sozialen Medien bekannt. „Ich bedaure, euch das Ableben meines Sohnes Prichard mitzuteilen. Nun ist er an einem besseren Ort“, schrieb er.

Eine genaue medizinische Todesursache wurde nicht genannt. Sein Tod steht nach Angaben der Familie aber in direktem Zusammenhang mit den Folgen einer Hirnverletzung, die Colón vor elf Jahren erlitt.

Am 17. Oktober 2015 trat der damals 23-jährige Prichard Colón in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia gegen Terrel Williams an. Während des Kampfes beschwerte sich Colón bereits mehrfach beim Ringrichter über wiederholte Schläge auf seinen Hinterkopf. Diese sogenannten Rabbit Punches sind im Boxsport wegen der großen Verletzungsgefahr für die Halswirbelsäule und den Hirnstamm untersagt.

In der neunten Runde ging Colón dann zweimal zu Boden. Nach dem Ende der Runde zogen ihm seine Betreuer bereits die Handschuhe aus, weil sie glaubten, der Kampf sei vorbei. Da dies im Boxsport streng verboten ist, wurde er disqualifiziert. Es war bis zu diesem Zeitpunkt seine erste und einzige Niederlage. Kurz nach dem Verlassen des Rings klagte er über Schwindel und Übelkeit, bis er in der Garderobe zusammenbrach.

Prichard Colón wurde direkt in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Nach Untersuchungen stellten die Ärzte eine schwere Hirnblutung fest. In einer anschließenden Notoperation musste der Schädel des Boxers geöffnet werden, um den lebensbedrohlichen Druck auf das Gehirn zu lindern.

Colón überlebte den Eingriff, lag jedoch anschließend 221 Tage im Koma. Als er erwachte, waren die Schäden irreversibel. Er blieb im Rollstuhl, verlor die Fähigkeit zu sprechen und konnte nur noch mithilfe eines speziellen Computers kommunizieren. Für den Rest seines Lebens war der Kampfsportler auf die Pflege seiner Familie angewiesen.

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