Mordanschlag verhindert
Ex-Kölner in der Ukraine: Geheimdienst meldet Coup
02.01.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Rechtsextremer aus Köln-Chorweiler kämpft in der Ukraine gegen Putin. Nun hat der ukrainische Geheimdienst offenbar seinen Tod inszeniert.
Der ukrainische Militärgeheimdienst hat eigenen Angaben zufolge den Tod des russischen Milizenchefs Denis Kapustin nur vorgetäuscht – um ihn vor einem Mordanschlag zu schützen. Der Rechtsextreme, der jahrelang in Köln lebte, meldete sich am Donnerstag per Video zurück.
Noch am vergangenen Samstag hatte das sogenannte Russische Freiwilligenkorps den Tod seines Anführers bekanntgegeben. Doch während eines Briefings des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR tauchte Kapustin am Neujahrstag plötzlich per Videoschalte auf. HUR-Chef Kyrylo Budanow beglückwünschte ihn zu seiner „Rückkehr ins Leben“.
Der ukrainische Geheimdienst erklärte laut der Nachrichtenagentur AFP schriftlich, russische Spezialkräfte hätten die Ermordung Kapustins angeordnet. Durch eine „umfassende Spezialoperation“ sei es daraufhin gelungen, dessen Leben zu retten und die Beteiligten zu identifizieren. Kapustin habe seine Bereitschaft bekundet, weiterhin Kampfeinsätze und „Spezialaufgaben“ auszuführen.
Der auch als Denis Nikitin bekannte Kapustin lebte nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes fast 20 Jahre lang in NRW, bevor seine Aufenthaltserlaubnis 2019 erlosch. Ab 2001 sammelte er laut dem „Spiegel“ in Köln-Chorweiler erste Gewalterfahrungen in der Hooligan-Szene des 1. FC Köln. Später stieg er in Moskau zu einer Größe in der europäischen Neonazi-Szene auf.
Kapustin gründete das rechtsextreme Kampfsportlabel „White Rex“ und organisierte Neonazi-Kampfsportevents. Der NRW-Verfassungsschutz führte ihn in seinen Berichten als Organisator entsprechender Veranstaltungen auf.
2019 verlor Kapustin seinen Aufenthaltstitel in Deutschland und erhielt ein Einreiseverbot für den Schengen-Raum. Er zog daraufhin in die Ukraine, wo er wegen mutmaßlicher Drogengeschäfte ins Visier der Sicherheitsbehörden geriet.
