Kommunalwahl in Springe

Früher 96-Pokalheld, heute Politik: Jörg Sievers will ins Rathaus

13.09.2026 – 11:01 UhrLesedauer: 4 Min.

Jörg Sievers hält den DFB-Pokal (Archivbild): Der frühere Hannover-96-Torwart kandidiert in Springe als Bürgermeister. (Quelle: IMAGO / Rust)

96-Torwart, Pokalsieger, Immobilienmakler – und bald Bürgermeister? Jörg Sievers will in die Politik. Dabei sieht er einige Parallelen zum Fußball.

Hannovers Pokal-Held Jörg Sievers verdankt seinen Spitznamen „Colt“ dem Serienhelden Colt Seavers. Doch statt spektakulärer Rettungsaktionen im Stile des actionliebenden Kopfgeldjägers aus der 80er-Jahre-Serie „Ein Colt für alle Fälle“ werden von dem 60 Jahre alten Ex-Torwart bald womöglich andere Tugenden erwartet.

An diesem Sonntag will er Bürgermeister der Stadt Springe werden. Der Ort mit rund 30.000 Einwohnern liegt südwestlich von Hannover. Beim sensationellen Pokalsieg des Zweitligisten Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach im Jahr 1992 hielt Sievers die entscheidenden Elfmeter. Jetzt tritt er bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen an.

„Alleine kann man gar nichts erreichen“

Sievers glaubt, dass ihm seine Erfahrungen als Profi dabei helfen können. „Im Profifußball lernt man, mit extremem Druck umzugehen. Man muss immer performen, muss immer Leistung bringen“, sagte Sievers der Deutschen Presse-Agentur. „Man lernt den Teamgeist, denn ohne die Mannschaft geht es nicht. Alleine kann man gar nichts erreichen. Ich glaube schon, dass es da relativ viele Parallelen gibt.“

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Auch ungewöhnliche Arbeitszeiten kenne er aus dem Profifußball. „Im Profifußball muss man abends arbeiten. Man fährt durch die Nacht, um von den Spielen zurückzukommen. Man ist am Wochenende unterwegs und ähnlich ist es dann für einen Bürgermeister auch“, sagte er. „Da kann man nicht um 16 Uhr am Freitag mal eben den Kugelschreiber fallen lassen. Da wird es auch am Wochenende noch einige Termine geben, aber das gehört zum Job dazu.“

Der bisherige Bürgermeister von Springe tritt nicht mehr an. Sievers ist allerdings nicht der einzige Bewerber. An diesem Sonntag gibt es nicht wie im Fußball nur einen Gegner, sondern sieben. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich.

„Alle, die antreten, haben meinen Respekt“

Liegt Sievers durch seine Prominenz im Vorteil? Eine eindeutige Antwort gibt er darauf nicht. „Alle, die da bei uns jetzt antreten, die haben meinen Respekt“, sagte er. „Wir kommen alle gut miteinander aus. Ich habe vor jedem Respekt, der sich für dieses Amt bewirbt, denn das ist sicher kein 9-to-5-Job, da muss man schon ein dickes Fell haben. Jetzt bin ich 60, jetzt bin ich erfahren genug, um so ein Amt anzustreben. Und meine Partei CDU hat das auch so gesehen und mich ins Rennen geschickt.“

Jörg Sievers will Bürgermeister werden: Der frühere 96-Profi kandidiert in Springe für die CDU. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)
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