Kehrtwende im Iran
Ex-Bundesliga-Star nach Verräter-Vorwürfen doch zur WM?
25.05.2026 – 16:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Kürzlich wurde Sardar Azmoun im Iran noch als Verräter diffamiert. Jetzt soll er plötzlich doch wieder für die Nationalmannschaft antreten.
Ein ranghohes Mitglied der iranischen Regierung hat sich für eine Rückkehr von Sardar Azmoun in die Fußball-Nationalmannschaft ausgesprochen. Der Stürmer war im März aus dem Kader gestrichen worden. Zuletzt wurde er von iranischen Staatsmedien teils scharf kritisiert und unter anderem mit Vorwürfen des Verrats konfrontiert.
Abdolkarim Hosseinzadeh, einer der Vizepräsidenten des Landes, wandte sich nun aber via X an die Öffentlichkeit. „Die Heimat muss die Verbundenheit zwischen ihren Kindern bewahren“, schrieb er. Man solle Azmouns „Zeichen dieser Verbundenheit“ nicht übersehen und ihn „wenn möglich“ wieder in die Nationalmannschaft zurückholen.
Patriotisches Bekenntnis
Azmoun selbst hatte zuletzt auf Instagram seiner Loyalität gegenüber dem Iran Ausdruck verliehen. Er sehe sich als „Sohn Irans“. Und weiter: „Egal, wo ich Fußball spiele – meine Identität, mein Herz und mein Stolz sind Iran.“
Auslöser der Debatte soll Medienberichten zufolge ein Foto auf Azmouns Instagram-Account gewesen sein, das ihn mit hochrangigen Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zeigt. Dies wurde ihm als unpatriotisches Verhalten ausgelegt. Die VAE gelten im regionalen Machtgefüge als enger Partner der USA, die sich aktuell mit dem Iran im Krieg befinden.
Azmoun positionierte sich politisch
Der Angreifer, der bislang 57 Länderspieltore für den Iran erzielt hat und früher unter anderem für Bayer Leverkusen sowie AS Rom spielte, hatte sich in der Vergangenheit wiederholt auch politisch positioniert und damit teils Kritik aus staatlichen Medien auf sich gezogen. Nach Angaben iranischer Sportjournalisten könnte Azmoun dennoch in den finalen WM-Kader berufen werden. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Die iranische Nationalmannschaft trifft bei der WM (11. Juni bis 19. Juli) in der Vorrunde auf Neuseeland, Belgien und Ägypten. Die Spiele finden in Los Angeles und Seattle statt. Vor wenigen Tagen hatte der Verband zudem bekanntgegeben, dass das WM-Quartier von den USA nach Mexiko verlegt wird.
