Wahldebatte beim RBB

Moderatorin sammelt Davidsterne ein


Aktualisiert am 17.09.2026 – 07:48 UhrLesedauer: 4 Min.

Der Grüne Werner Graf, Elif Eralp (Linke), Stefan Evers (CDU) und Steffen Krach von der SPD im Studio des RBB bei der Wahlarena. (Quelle: Fabrizio Bensch)

Vier Tage vor der Berlin-Wahl ging es in der RBB-Wahlarena hoch her. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach griff die Linke scharf an, während BSW-Mann Michael Lüders wegen seines Palästina-Ansteckers unter Druck geriet.

Am Sonntag wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. In der RBB24-Wahlarena saßen die sechs Spitzenkandidaten rund 80 Berlinerinnen und Berlinern gegenüber, die ihre Fragen selbst stellten. Kitas, Mieten, Verkehr, Sicherheit – und am Ende: wer mit wem?

Die Gäste

  • Stefan Evers (CDU), Finanzsenator
  • Steffen Krach (SPD), Spitzenkandidat
  • Werner Graf (Bündnis 90/Die Grünen), Spitzenkandidat
  • Elif Eralp (Die Linke), Spitzenkandidatin
  • Kristin Brinker (AfD), Spitzenkandidatin
  • Michael Lüders (BSW), Spitzenkandidat

Persönlich wurde es bei der Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Krach zitierte Gregor Gysi: Ob Vergesellschaftung oder Enteignung, es koste gleich viel – 20 bis 30 Milliarden Euro. „Und ich will nicht, dass der größte Scheck in der Geschichte Berlins an Vonovia geht.“ Dann sagte er: „Ich will nicht, dass wir hier im Wahlkampf allen alles versprechen. Der Letzte, der das gemacht hat, war Friedrich Merz.“ Und an Eralp gewandt fügte er hinzu: „Sie sind der Friedrich Merz des Berliner Wahlkampfs.“

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Evers zu Eralp: „Da dienen Sie als Feigenblatt“

Ein Zuschauer sprach den Antisemitismus in der Hauptstadt an. „Jüdische Menschen haben in Berlin mittlerweile Angst, auf die Straßen zu gehen mit ihrem Davidstern“, sagte er, ging zu den Kandidaten und legte vor jeden einen Davidstern – für die Aktion „Berlin trägt Davidstern“ am nächsten Tag. Doch Moderatorin Andrea Vannahme griff ein: „Wollen wir gleich mal wieder einsammeln.“

Evers nannte das Gehörte „verdammt schwer zu ertragen“. Berlin sei die Stadt, aus der heraus die Shoah organisiert worden sei. „Judenhass ist Menschenhass.“ Seit dem 7. Oktober hätten sich Übergriffe und Bedrohungen vervielfacht: „Es sind keine Einzelfälle.“ Dann drehte er sich zu Eralp: „Sie haben in Ihrer Partei ganz offensichtlich nicht den nötigen Durchgriff.“ Die Linken-Politikerin verwies auf ihr jahrelanges Engagement für jüdisches Leben in der Stadt – die CDU mache spaltende Politik. Evers konterte: „Mit Verlaub, da dienen Sie aber als Feigenblatt.“ Ein geplantes Massaker an Juden in Berlin sei nur dank des Verfassungsschutzes verhindert worden. „Die Antwort der Linken: Verfassungsschutz abschaffen“, hielt er ihr vor.

Lüders zu Anstecker: „Ich esse gerne Wassermelonen“

Wenig später war der Anstecker an Lüders‘ Revers zum Thema. Moderator Sascha Hingst beschrieb ihn fürs Radio: die Umrisse des früheren Mandatsgebiets Palästina, Israel und palästinensische Gebiete in einem, eingefärbt wie eine Wassermelone – das Symbol der palästinensischen Seite. Was er damit sagen wolle? Lüders redete über Israels undefinierte Grenzen. Dann sagte er: „Nun, zum einen esse ich gerne Wassermelonen. Das ist nun mal so, ich mag die wirklich sehr, sehr gerne.“ Und: „Zum anderen ist das natürlich ein Symbol für den palästinensischen Widerstandswillen.“

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