Die ersten greifen schon Mittwoch

Kampf gegen den Plastikmüll: EU führt schrittweise neue Regeln ein


Aktualisiert am 09.08.2026 – 13:46 UhrLesedauer: 4 Min.

Plastiktüten wie diese sind inzwischen nicht mehr an Deutschlands Supermarkt-Kassen zu bekommen. (Archivbild) (Quelle: picture alliance / ZB/dpa-bilder)

Die EU will stärker gegen Plastikmüll vorgehen und hat dazu neue Regeln und Verbote erlassen. Schon in dieser Woche greifen die ersten.

Leichte Plastiktüten im Supermarkt, Ketchuptütchen und Shampoofläschchen im Hotel: Die Europäische Union wird in den kommenden Jahren eine Reihe dieser Verpackungen verbieten, um den Berg an Plastikmüll in der EU zu verringern. Die Vorgaben treten ab Mittwoch schrittweise in Kraft, die meisten werden aber erst ab 2030 gelten.

Und auch in Deutschland will man die Verwendung von Plastik unattraktiver machen, dazu wird ab 2027 eine neue Steuer eingeführt. Diese Plastiksteuer gibt es auf EU-Ebene zwar schon seit einigen Jahren, sie wurde bisher aber aus dem Bundeshaushalt finanziert. Ab kommenden Jahr möchte die Regierung die Plastikabgabe erstmals weitergeben.

Ein Überblick über die neuen Regeln, wie sie Verbraucher in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren spüren werden.

EU will Plastikmüll reduzieren – PFAS ab Mittwoch verboten

Auf jeden EU-Bürger und jede EU-Bürgerin kommen pro Jahr im Schnitt 177,8 Kilogramm Verpackungsmüll. Bis 2040 soll diese Zahl um mindestens 15 Prozent sinken. Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat zufolge ist die Müllmenge bis 2021 stetig gestiegen und in den zwei Folgejahren gesunken, neuere Zahlen liegen nicht vor. Laut dem Umweltverband BUND liegt der deutsche Plastikverbrauch pro Kopf bei 40 Kilogramm pro Jahr.

Um den Abwärtstrend fortzusetzen, führt die EU eine Reihe von Verboten ein.

Kleine Obsttüten ab 2030 verboten

Lebensmittelverpackungen dürfen ab Mittwoch keine PFAS mehr enthalten, das sind die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Weil sie wasser- und fettabweisend sind, stecken sie in vielen Einwegverpackungen. PFAS können aber krebserregend sein und der Fruchtbarkeit schaden. Auch die gesundheitsschädliche Chemikalie Bisphenol A ist bereits verboten, bis Juli 2028 gilt aber noch eine Ausnahme für Beschichtungen, die Obst-, Gemüse- und Fischkonserven haltbar machen.

Ab 2030 sind leichte Plastiktüten an den Kassen verboten. Das Gleiche gilt für Plastiknetze, -tüten und -boxen für frisches Obst und Gemüse. Getränkedosen oder Flaschen dürfen zudem nicht mehr mit Plastikfolie zusammengehalten werden, es sei denn, es ist für den Transport nötig. Verpackungen aus Papier oder anderen Materialien bleiben erlaubt.

Einwegplastik wird schrittweise in Cafés und Restaurants verboten

Auch Cafés, Restaurants und Hotels sollen sich schrittweise vom Einwegplastik trennen. Beschichtete Papierbecher und -boxen bleiben erlaubt, die EU will aber Alternativen fördern. Ab dem 12. Februar kommenden Jahres müssen alle Cafés und Restaurants ihren Kunden deshalb anbieten, einen eigenen Kaffeebecher oder eine Brotdose mitzubringen. Ein Jahr später werden Gastronomieketten verpflichtet, eigene Mehrwegbecher anzubieten; kleine Cafés und Restaurants sind ausgenommen.

Ab dem 12. Februar 2029 – ein weiteres Jahr später – werden Plastikbehälter aus Polystyrol für Fast Food und Essen zum Mitnehmen verboten. Das sind die weißen Boxen aus Plastikschaum, die bestelltes Essen warm halten. Andere Plastikbehälter bleiben für Essen zum Mitnehmen oder Bestellungen theoretisch erlaubt, eignen sich bislang aber weniger gut.

Beim Verzehr vor Ort im Restaurant oder auf der Terrasse sind ab 2030 hingegen alle Verpackungen aus Einwegplastik verboten. Dann sollen auch Plastiktütchen für Zucker, Salz, Ketchup und Mayonnaise von den Tischen verschwinden. Dem Essen zum Mitnehmen dürfen sie aber beigelegt sein. Für kleine Cafés und Restaurants sind auch hier Ausnahmen möglich.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version