Patxi spielt auf die Vorwürfe gegen Israel an, die Palästinenser im besetzten Westjordanland und dem Gazastreifen systematisch zu unterdrücken. Nach dem grausamen Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem die Terroristen mehr als 1.300 Menschen töteten und über 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten, begann Israel eine Militäroperation in dem Palästinensergebiet und ging dabei mit großer Härte vor.
Rundfunkunion wehrte sich gegen Ausschluss Israels
Der Nahost-Konflikt überschattet seitdem den ESC. In diesem Jahr ist die Debatte allerdings noch größer als in den beiden Jahren zuvor. Schon im Dezember wollten ESC-Teilnehmer die israelische Rundfunkanstalt Kan ausschließen und darüber abstimmen lassen. Letztendlich entschied sich die Veranstalterin des ESC, die Europäische Rundfunkunion (EBU), gegen eine Abstimmung.
Infolgedessen verkündeten die Rundfunkanstalten Spaniens, Irlands, Islands, Sloweniens und der Niederlande, dem ESC in diesem Jahr fernzubleiben. Einen derart massiven Boykott wichtiger Teilnehmerländer hat es in der Geschichte des ESC noch nicht gegeben.
Er überschattet den Wettbewerb, der so politisiert ist wie nie zuvor. Die Sicherheitsvorkehrungen sind immens. Die Terrorwarnstufe liegt bei vier von fünf, überall in der der österreichischen Hauptstadt schützen teils schwer bewaffnete Polizisten die Fans des größten Musikwettbewerbs der Welt. All das drückt die Stimmung.
Tourismusbehörde: ESC-Boom ist ausgeblieben
Offenbar sind auch deutlich weniger Menschen in diesem Jahr nach Wien gereist, als erwartet wurde. Nur rund 70 Prozent der Betten seien derzeit belegt, heißt es in einer Mitteilung der Wiener Tourismusbehörde. Die Auslastung sei im „normalen Bereich.“ Und das angesichts eines verlängerten Wochenendes rund um Christi Himmelfahrt.
„Der große ESC-Boom ist ausgeblieben“, sagte Felix Neutatz, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wiener Wirtschaftskammer, im Gespräch mit der „Krone“. In Basel und Malmö lag die Auslastung in der ESC-Woche bei rund 85 Prozent.
Im australischen Pub feiern die ESC-Fans
Doch die Stimmung ist nicht überall gedämpft. Am Donnerstagabend ist der australische Pub Crossfield’s im mondänen 1. Wiener Stadtbezirk bis auf den letzten Platz gefüllt. Das zweite Halbfinale des ESC flimmert über die zahlreichen Fernsehbildschirme, in dem die australische Sängerin Delta Goodrem mit der Powerballade „Eclipse“ um den Einzug ins große Finale am Samstag kämpft.
