Lars Eidinger als Modell

Erwin Wurm schenkt der Stadt Düsseldorf Skulptur „Gate“

05.11.2026 – 19:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Künstler Erwin Wurm mit Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller: Der 72-Jährige ist einer der bekanntesten österreichischen Gegenwartskünstler. (Quelle: Photographie Ingo Lammert)

Auf dem Gustaf-Gründgens-Platz steht seit Donnerstag ein vier Meter hohes Kunstwerk. Dahinter steckt ein prominenter Name – und eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte.

Der österreichische Künstler Erwin Wurm hat der Stadt Düsseldorf die Skulptur „Gate“ geschenkt. Das rund vier Meter hohe Werk aus lackiertem Aluminium wurde am Donnerstag vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus enthüllt – für den Körperabguss, der dem Werk zugrunde liegt, stand Schauspieler Lars Eidinger Modell.

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) war bei der Enthüllung anwesend. Es handele sich um eine große Ehre, sagte er. Mit der Schenkung hinterlasse Wurm ein bedeutendes Zeugnis seines Schaffens in der Stadt und setze damit ein Zeichen seiner Verbundenheit mit der Düsseldorfer Kunstszene. Keller dankte dabei ausdrücklich der Kunstkommission, die mit ihrer Expertise den Standort auf dem Gustaf-Gründgens-Platz ermöglicht habe.

Wurm schuf „Gate“ im Jahr 2021. Das Werk gehört zur Serie „In the Skin“ und misst 400 x 131 x 76 Zentimeter. Ausgangspunkt war ein Abguss eines menschlichen Körpers, für den Lars Eidinger Modell stand. Die vertraute Form eines Tores verbindet sich dabei mit dem menschlichen Körper: Durch eine weit hochgezogene Öffnung im Torso reduziert Wurm das körperliche Volumen auf ein Minimum. Die Gliedmaßen wirken surreal verdreht, ihre Proportionen entziehen sich gewohnten Vorstellungen vom menschlichen Körper.

Die Skulptur „Gate“ des Künstlers Erwin Wurm: Für den Abguss eines menschlichen Körpers, der den Ausgangspunkt bildete, stand Lars Eidinger Modell. (Quelle: Photographie Ingo Lammert)

Wurm selbst beschreibt seine Arbeit so: „Zweidimensionalität, Dreidimensionalität, Masse, Haut, Oberfläche, Volumen sind wichtige Bestandteile meiner Erforschung der Skulptur. Gequetscht und abgeflacht oder auf eine sehr dünne Form reduziert, haben meine neuen Arbeiten eine gewisse Zerbrechlichkeit, die mir gefällt. Sie werden beinahe abstrakt.“

Erwin Wurm wurde 1954 im österreichischen Bruck an der Mur geboren und zählt zu den bekanntesten Gegenwartskünstlern seines Landes. Seit den 1980er-Jahren arbeitet er an der Grenze zwischen Objekt, Performance und Alltagskultur. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem in den 1990er-Jahren mit seinen „One Minute Sculptures“.

Seine Werke waren unter anderem im MoMA in New York, in der Tate Modern in London und im Centre Pompidou in Paris zu sehen. Er war zudem auf der documenta und 2017 für Österreich auf der Biennale di Venezia vertreten. Für 2027 ist eine umfassende Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast geplant.

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