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You are at:Home»Gesundheit»Erdnuss-Allergie bei Erwachsenen: Forscher entwickeln neue Behandlung
Gesundheit

Erdnuss-Allergie bei Erwachsenen: Forscher entwickeln neue Behandlung

wochentlich.deBy wochentlich.de27 April 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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Erdnuss-Allergie bei Erwachsenen: Forscher entwickeln neue Behandlung
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Eine winzige Menge Erdnuss pro Tag könnte schwere Allergiereaktionen verhindern und Betroffenen das Leben erheblich erleichtern – auch bei Erwachsenen.

Eine Erdnussallergie gehört zu den häufigsten Lebensmittelallergien. Für Betroffene kann schon die kleinste Menge Erdnussprotein lebensbedrohlich sein. Der einzige Schutz bisher: absolute Vermeidung.

Doch eine neue Studie vom King’s College in London macht jetzt Hoffnung. Forschende entwickelten erstmals eine Methode, die auch Erwachsenen hilft, sich langsam an Erdnüsse zu gewöhnen und gefährliche Reaktionen abzuschwächen. Damit widerlegen die Forschenden die langjährige Annahme, dass eine sogenannte Desensibilisierung nur bei Säuglingen und Kleinkindern wirkt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „European Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht.

Für die sogenannte orale Immuntherapie nehmen Allergiker winzige Mengen Erdnüsse oder Erdnussprodukte über die Nahrung auf. Die regelmäßige Einnahme bringt das Immunsystem dazu, sich an die Allergene aus der Erdnuss zu gewöhnen und übermäßige Reaktionen einzustellen. Bisher profitierten vor allem Kinder von dieser Methode, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist und sich leichter verändern lässt.

Jetzt testeten die Forschenden vom King’s College diese Methode erstmals erfolgreich bei Erwachsenen. Die klinische Studie umfasste 21 Menschen im Alter von 19 bis 39 Jahren mit nachgewiesener schwerer Erdnussallergie.

Zu Beginn nahmen die Teilnehmenden unter strenger ärztlicher Aufsicht innerhalb einer Stunde 5,3 Milligramm Erdnussmehl in einer Speise zu sich. Wer diese Dosis vertrug, nahm anschließend zwei Wochen lang täglich 1,5 bis drei Milligramm Erdnussmehl ein. In der nächsten Phase kamen die Teilnehmenden alle zwei Wochen ins Krankenhaus, um unter ärztlicher Aufsicht eine höhere Menge Erdnussprotein zu testen – entweder als reines Pulver, ganze Erdnüsse, Erdnussbutter oder Erdnussflips. Vertrugen sie die gesteigerte Dosis, integrierten sie diese in ihre tägliche Ernährung. Schritt für Schritt wurde die Menge von drei Milligramm auf bis zu 1.000 Milligramm erhöht. Das entspricht vier ganzen Erdnüssen. Diese Enddosis hielten die Probanden mindestens vier Wochen lang aufrecht.

Das Ergebnis: Zwei Drittel der Probanden konnten nach der Therapie mindestens 1,4 Gramm Erdnussprotein problemlos essen. Das entspricht fünf Erdnüssen. Mehr als die Hälfte schaffte sogar 18 Erdnüsse (4,4 Gramm Erdnussprotein), wenn sie diese in kleinen Portionen zu sich nahmen. Im Durchschnitt stieg die verträgliche Menge um das 100-fache, schreiben die Studienautoren.

Neben den objektiven Messwerten fragten die Forschenden auch nach dem subjektiven Empfinden der Teilnehmenden. Das Ergebnis: Die Angst vor einem allergischen Schock ging bei fast allen deutlich zurück. „Früher konnte ein winziger Fehler lebensbedrohliche Auswirkungen haben, aber jetzt habe ich keine Angst mehr, dass ich zusammenbrechen und sterben könnte, weil ich etwas zum Mitnehmen gegessen habe“, berichtet ein 28-jähriger Studienteilnehmer in einer Pressemeldung des King’s College.

Noch ist unklar, wie lange die Schutzwirkung der Desensibilisierung anhält. Weitere Studien sollen zeigen, ob die Wirkung auch langfristig bestehen bleibt und welche Patientengruppen besonders davon profitieren. Langfristig könnten solche oralen Immuntherapien auch auf andere Lebensmittelallergien wie Milch, Eier oder Weizen ausgeweitet werden, denken die Studienautoren.

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