Elektronische Patientenakte

Pflicht ab 1. Oktober – doch kaum genutzt


Aktualisiert am 27.09.2025 – 12:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Elektronische Patientenakte (Symbolbild): Nicht alle Praxen haben sie, nur ganz wenige Patienten nutzen sie. (Quelle: Wolfgang Kumm)

Die elektronische Patientenakte soll Behandlungen vereinfachen, doch bisher interessiert sie nur wenige. Droht der große Fehlstart?

Ab dem 1. Oktober wird die elektronische Patientenakte (ePA) für alle Arztpraxen und Kliniken in Deutschland verpflichtend. Doch eine aktuelle Umfrage der „Ärzte Zeitung“ unter den größten gesetzlichen Krankenkassen zeigt: Die meisten Versicherten nutzen das digitale Angebot bislang kaum.

Für rund 50 Millionen gesetzlich Versicherte bei den drei größten Einzelkassen TK, Barmer, DAK sowie den elf AOKs wurde bereits automatisch eine ePA angelegt, sofern sie nicht im sogenannten Opt-out-Verfahren widersprochen haben.

Doch nur etwa 1,5 Millionen Menschen – rund drei Prozent – haben sich bisher aktiv registriert, um ihre Akte über die App ihrer Krankenkasse zu nutzen. Grund dafür ist vor allem der aufwendige Registrierungsprozess, der viele Patientinnen und Patienten abschreckt.

Ab Oktober sind Ärzte verpflichtet, die digitale Akte zu befüllen. Dem Bericht zufolge hoffen die Kassen, dass die Nutzerzahlen dann steigen. Viele Praxen sind allerdings nicht vollständig an das System angeschlossen, weil notwendige Softwaremodule fehlen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung konnte zuletzt rund ein Fünftel der Praxen gar nicht mit der ePA arbeiten.

Die elektronische Patientenakte soll medizinische Informationen zentral bündeln – von Laborwerten über Medikationspläne bis hin zu Untersuchungsbefunden. Sie begleitet Patienten ein Leben lang und soll so zu besseren Behandlungen und weniger Doppeluntersuchungen beitragen.

Damit ist die ePA ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Schon seit Januar haben Krankenkassen für rund 70 Millionen der insgesamt gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland eine E-Akte angelegt. Doch damit sie ihren Nutzen entfalten kann, müssten sich deutlich mehr Versicherte aktiv einbringen.

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