M3 bricht Leistungsgrenze
So stark war noch kein Dreier-BMW
16.06.2026 – 10:41 UhrLesedauer: 2 Min.
BMW bricht mit einer Tradition: Der kommende M3 wird erstmals mit zwei völlig verschiedenen Antrieben erhältlich sein. Die Münchner reagieren damit auf einen Zielkonflikt, der die Sportwagenwelt spaltet.
Ein Teil der Käufer setzt längst auf Elektropower, die klassische Kundschaft verlangt weiterhin nach dem Verbrenner. Deshalb bietet BMW den neuen M3 mit beiden Antrieben an. Das elektrische Modell kommt Mitte 2027 auf den Markt, der Sechszylinder-Benziner folgt Mitte 2028. Beide Varianten basieren auf der „Neuen Klasse“, einer Fahrzeugarchitektur des Konzerns, die auch die Modelle iX3 und i3 trägt.
Was ist die „Neue Klasse“?
Die Erfolgs-Modellreihe lief von 1962 bis 1972 vom Band und etablierte BMW in der Mittel- und oberen Mittelklasse. Bekannteste Modelle waren der BMW 1500 und das BMW 2000 Coupé. 2023 wurde der Name für eine neue Generation von Elektroautos wiederbelebt.
Vier Motoren für den Stromer
Für den elektrischen Sportwagen entwickelte die M-GmbH ein eigenes System: Vier Elektromotoren (je zwei pro Achse) verteilen ihre Kraft über eine Software. Da die Motoren nicht in den Rädern, sondern in der Fahrzeugmitte sitzen, bleibt die rotierende Masse an den Rädern gering. So entsteht ein deutlich agileres, präziseres Handling und ein spürbar höherer Fahrkomfort.
Mit bis zu 900 PS wird die Elektroversion das stärkste M-Serienmodell in der Konzerngeschichte sein. Kurze Ladezeiten soll eine 800-Volt-Technik sichern. Zudem dient die Batterie als tragendes Teil der Fahrzeugstruktur.
Der Sechszylinder lebt weiter
Für traditionelle Kunden verfeinert BMW den bekannten 3,0-Liter-Biturbo-Motor aus dem aktuellen M3 und M4. Geplant sind Allradantrieb und eine Achtgang-Automatik.
Das Konzept zeigt auch das künftige Gesicht der M-Modelle. Markant sind an der Front die durchgehende Lichtleiste und die gelben Scheinwerfer, die sich an aktuelle GT-Rennwagen anlehnen. Sie waren bei Serienautos bislang den seltenen CS-Modellen vorbehalten. Am Heck dämpfen ein Spoiler und ein großer Diffusor den Auftrieb. Das Serienmodell wird jedoch den auffälligen Heck-Aufsatz wieder verlieren.
Im Innenraum dominiert ein digitales Cockpit-Display, das sich über die gesamte Breite der Windschutzscheibe zieht. Das Sportlenkrad trägt rote Tasten für gespeicherte Fahrzeugeinstellungen und eine 12-Uhr-Markierung, die Rennfahrern bei schnellen Lenkbewegungen sofortige Orientierung ermöglicht. Fahrer und Passagiere sitzen vorn wie hinten in engen Schalensitzen mit Sportgurten.
Zu den Preisen schweigt BMW noch. Die Entwicklung zweier völlig unterschiedlicher Antriebswelten wird den neuen M3 jedoch mit Sicherheit verteuern.
