Tatsächlich überrascht der Hipster mit einem großzügigen Raumgefühl und einer sehr guten Rundumsicht. Der vordere Teil des Dachs ist verglast, was etwa die Sicht auf die Ampel erleichtert. Statt auf dicken Polstern sitzt man auf einem dünnen Netzgewebe. Da werden Erinnerungen an die Ur-Ente von Citroën wach. Der Stoff ist extrem leicht. Ebenso wie die Riemen an den Türen, die den üblichen Griff ersetzen. Und im Cockpit findet sich nur, was wirklich zum Fahren nötig ist: Schalter für Gebläse, Licht, Blinker und Schiebefenster. Möchte man Radio über einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher hören oder navigieren, muss man sein Smartphone über eine spezielle Halterung verbinden.
Während das Platzangebot vorn vielleicht dem eines Smart Fortwo ähnelt, geht es hinten logischerweise eng zu. Doch als Notlösung für kürzere Strecken taugt die Rückbank mit Sicherheit. Und wenn die Lehnen vorgeklappt werden, wird der Hipster zum Mini-Laster.
Wie viel der Wagen am Ende kostet, sollte er in Serie gehen, will Dacia nicht sagen. Fakt ist: Mit dem Spring hat Dacia bereits ein äußerst erfolgreiches kleines E-Auto im Programm. Der 3,70 Meter lange Viersitzer kostet ab 17.000 Euro und ist europaweit eines der günstigsten und meistverkauften E-Autos. Ein L7e-Fahrzeug wie der Hipster dürfte also deutlich billiger sein, zumal die Rumänen nur eine kleine Batterie für rund 80 Kilometer Reichweite planen.
Ob auf dem Land oder in der Stadt: Für den normalen täglichen Einsatz würde das völlig genügen. Laut einer Mobilitätsstudie des Bundesverkehrsministeriums sind 57 Prozent der auf dem Lande lebenden Menschen täglich auf ihr Auto angewiesen, mehr als in Städten und Ballungsräumen. Gleichzeitig hapert es gerade dort mit der Ladeinfrastruktur. Der Hipster benötigt aber weder Wallbox noch Schnelllader: Man lädt ihn über eine übliche Haushaltssteckdose. Nirgendwo ist der Strom so günstig wie zu Hause. Auch das spart Kosten.
