Bericht zur Klimakrise in Europa

„Ein düsteres Bild“


29.04.2026 – 04:58 UhrLesedauer: 3 Min.

Brände im August 2025 in der nordspanischen Region Galizien. (Archivbild) (Quelle: Adrián Irago/EUROPA PRESS/dpa/dpa-bilder)

Rekordwert bei Waldbränden, fortschreitende Gletscherschmelze und 30 Grad am Polarkreis: Ein neuer Klimabericht macht deutlich, wie rasch sich Europa verändert.

Europa hat die Auswirkungen der Klimakrise im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen. Mindestens 95 Prozent des Kontinents hätten 2025 Jahrestemperaturen über dem Durchschnitt erlebt, wie heißt es im Bericht zum Zustand des europäischen Klimas, den die Weltmeteorologieorganisation (WMO) und das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus am Mittwoch vorstellten.

„Seit 1980 hat sich Europa zweimal so schnell wie der globale Durchschnitt erwärmt“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo bei einer Pressekonferenz. Es sei damit „der sich am schnellsten erwärmende Kontinent“ überhaupt. Es gebe immer häufigere und heftigere Hitzewellen, und 2025 seien davon nicht nur der Mittelmeerraum, sondern auch der Polarkreis erfasst worden.

In der nordeuropäischen Region Fennoskandinavien, zu der Finnland, Norwegen und Schweden gezählt werden, gab es dem Bericht zufolge im Juli eine dreiwöchige Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 30 Grad. Teile von Fennoskandinavien hätten fast zwei Wochen lang unter „starkem Hitzestress“ gelitten, bei dem die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegt. Normal seien nur bis zu zwei Tage Hitzestress im Jahr.

Drei Hitzewellen in einem Jahr

In der Türkei kletterte das Thermometer im Juli auf 50 Grad, in Griechenland waren 85 Prozent der Bevölkerung von extremen Temperaturen um die 40 Grad betroffen. Große Teile West- und Südeuropas wurden im Juni von zwei starken Hitzewellen getroffen, darunter weite Teile Spaniens, Portugals, Frankreichs sowie südliche Teile Großbritanniens.

Eine dritte Hitzewelle gab es dem Bericht zufolge dann im August in Portugal, Spanien und Frankreich. Großbritannien, Norwegen und Island verzeichneten 2025 ihre höchste Jahresdurchschnittstemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen.

Rekordwert bei Waldbränden

Die durch Waldbrände zerstörte Fläche in Europa erreichte einen Rekordwert von 1,034 Millionen Hektar. Durch Stürme und Überflutungen kamen in Europa vergangenes Jahr mindestens 21 Menschen ums Leben, insgesamt waren rund 14.500 Menschen davon betroffen.

Gletscher verlieren an Masse

Infolge der hohen Temperaturen wurde bei den europäischen Gletschern vergangenes Jahr ein Netto-Massenverlust verzeichnet. Island erlebte seine zweitstärkste Eisschmelze seit 2005. Das grönländische Eisschild büßte 139 Gigatonnen (139 Milliarden Tonnen) Eis ein. Die Schneebedeckung in Europa lag im März 2025 bei rund 1,32 Millionen Quadratkilometern und damit etwa 31 Prozent unter dem Durchschnitt – der drittniedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1983.

Sommer in Island: Touristen schauen auf die Gletscherlagune Jökulsarlon mit schmelzenden Eisbergen. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Andreas Werth)

Meere so warm wie nie

Die Jahresdurchschnittstemperatur an der Meeresoberfläche erreichte in Europa 2025 zum vierten Mal in Folge einen neuen Höchststand. Ein Rekordanteil von 86 Prozent der europäischen Meeresgebiete erlebte mindestens einen Tag mit einer starken marinen Hitzewelle. Diese haben negative Auswirkungen auf die Pflanzen und Tiere des Meeres.

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