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„Ehrenmord“ an Hatun Sürücü vor 20 Jahren –Tempelhof gedenkt

wochentlich.deBy wochentlich.de7 Februar 2025Keine Kommentare5 Mins Read
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„Ehrenmord“ an Hatun Sürücü vor 20 Jahren –Tempelhof gedenkt
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Mitten in Berlin wurde Hatun Sürücü vor 20 Jahren an einer Bushaltestelle ermordet. Zwei Bezirke planen nun Gedenkveranstaltungen. Warum der Fall bis heute nachhallt.

Hatun Sürücü wollte ein freies Leben. Sie wollte eigenständige Entscheidungen treffen. Dafür kämpfte sie sich Stück für Stück aus den von Männern bestimmten Vorstellungen ihrer kurdischen Herkunftsfamilie heraus. Am 7. Februar 2005 wurde die damals 23-Jährige von ihrem jüngsten Bruder in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof durch drei Schüsse in den Kopf ermordet.

Der jüngste Bruder von Sürücü wurde später in Deutschland zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Nach der Verbüßung der Strafe wurde er in die Türkei abgeschoben. Damals gab er zu Protokoll, den westlichen Lebensstil seiner Schwester verachtet zu haben. Auch zwei ältere Brüder standen später vor Gericht. Die türkische Staatsanwaltschaft hatte ihnen vorgeworfen, den jüngsten Bruder mit dem Mord an ihrer kleinen Schwester beauftragt zu haben. Das Ziel der beiden Angeklagten sei es gewesen, die Familienehre wiederherzustellen. Aus Mangel an Beweisen sprach das Istanbuler Gericht für schwere Straftaten beide in allen Anklagepunkten frei.

Grab von Hatun Sürücü (Quelle: IMAGO/Jürgen Ritter)

Der Begriff ist umstritten, weil er ein ehrenhaftes Motiv suggeriert. Die Frauenrechtsorganisation Terres Des Femmes spricht deshalb vom sogenannten Ehrenmord, um sich von dem Wort zu distanzieren. Man wolle nicht die Denkweise des Täters übernehmen. Sie beruft sich auf eine Definition des Bundeskriminalamtes (BKA), in der es heißt: „Ehrenmorde“ sind „vorsätzlich begangene versuchte oder vollendete Tötungsdelikte, die im Kontext patriarchalisch geprägter Familienverbände oder Gesellschaften vorrangig von Männern an Frauen verübt werden, um die aus Tätersicht verletzte Ehre der Familie oder des Mannes wiederherzustellen“.

Der Fall löste bundesweite Debatten, etwa über Integration, Gewalt an Frauen und „Ehrenmorde“ in muslimischen Einwandererfamilien aus. Elisabeth Gernhardt befasst sich mit diesen „Ehrenmorden“. Sie ist Referentin für „Gewalt im Namen der Ehre“ bei der Frauenrechtsorganisation Terres Des Femmes. „Der sogenannte Ehrenmord von Hatun Sürücü war der erste Fall seiner Art in Deutschland, durch den die vielen typischen Gewaltformen von streng patriarchalen Strukturen ans Licht gekommen sind.“ Um zu verstehen, was Gernhardt meint, hilft ein Blick auf Hatun Sürüncüs Leben.

Im Jahr 1982 wurde Sürücü in Berlin geboren. Sie wuchs in einer kurdisch-türkischen Großfamilie auf, die aus Ostanatolien stammt und in der Tradition und Brauchtum wichtig waren. Doch Sürücü wollte unabhängig sein von ihrem strengen familiären Umfeld. Ihr Vater nahm sie aus diesem Grund vom Gymnasium und schickte sie in die Türkei, damit sie dort ihren Cousin heirate. Ein Jahr später wurde sie von ihm schwanger. Sürücü war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt.

Gedenkstein am Tatort in der Oberlandstraße in Tempelhof-Berlin (Archivbild).Vergrößern des Bildes
Gedenkstein am Tatort in der Oberlandstraße in Tempelhof-Berlin (Archivbild). (Quelle: IMAGO/epd)

Sie schaffte es, sich aus der Zwangsehe zu befreien, und kehrte mit ihrem Kind nach Berlin zurück. Ihre Eltern nahmen sie auf, erwarteten aber von ihr, dass sie sich nach ihren Interpretationen regelkonform verhält. Sie machten sich wegen ihrer Tochter Sorgen um den Ruf und die „Ehre“ der Familie. Hatun Sürücü machte da nicht mit. Mit 17 Jahren zog sie in ein Wohnheim für minderjährige Mütter, legte ihr Kopftuch ab und begann eine Lehre als Elektroinstallateurin.

„Sie hat sich immer weiter emanzipiert und aus den patriarchalen Strukturen gelöst“, so Gernhardt. „Mit jeder Stufe, aus der sie sich befreite, wuchs der Druck innerhalb der Familie, etwa durch Erpressungen und Drohungen.“ Ihr späterer Tod sei nur die Spitze der Gewalt gewesen. Bereits vorher habe es viele Stufen der Eskalation von häuslicher Gewalt gegeben. „Die meisten davon fanden im Verborgenen statt – wie so oft bei sogenannten Ehrenmorden“, sagt Gernhardt.

Gedenkstein für Hatun Sürücü.
Gedenkstein für Hatun Sürücü. (Quelle: IMAGO/Christian Ditsch)

Für das Jahr 2024 recherchierte Terre des Femmes nach vorläufigen Zahlen bundesweit sechs Opfer (vier Frauen, zwei Männer) versuchter oder vollzogener Morde vermeintlich im Namen der Ehre. 2023 gab es demnach bundesweit 19 solcher Taten (15 Mädchen oder Frauen). Offizielle Zahlen dazu gibt es nicht. Die Organisation unterscheidet zwischen den Begriffen „Ehrenmord“ und Femizid. Opfer von Gewalt werden Frauen jedoch aufgrund ihres Geschlechts weit häufiger. Nach Zahlen der Bundesregierung wurden im Jahr 2023 in Deutschland 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Femiziden. Das ist eine vorsätzliche Tötung, bei der das weibliche Geschlecht des Opfers als Motiv eine Rolle spielt.

Es sei daher wichtig, diese Muster und die vielfältigen Formen der Gewalt zu kennen. Man könne ihnen laut Gernhardt präventiv nur begegnen, wenn man die Strukturen kennt und weiß, wie sie funktionieren. Betroffene holen sich demnach oft keine Hilfe, weil sie Angst haben, dass die Familie davon erfahren könnte. Oder weil sie gar nicht wüssten, dass man sich Hilfe holen kann.

Terres Des Femmes fordert deshalb unter anderem, den Komplex „Gewalt im Namen der Ehre“ in der Ausbildung von Lehrkräften oder Schulsozialarbeitern zu verankern und mehr Präventionsarbeit in der Schule anzubieten. Außerdem appelliert die Organisation, Beratungsstellen zu regelfinanzieren, Leitfäden für Behörden zu erarbeiten und den Opferschutz zu verbessern. Zudem brauche es bundesweit eine verlässliche, zahlenmäßige Erfassung der Vorfälle von sogenannten Ehrenmorden.

Allen voran dürfe das Schicksal von Sürücü aber nicht vergessen werden. „Dahinter stehen viele weitere Frauen, die wir nicht namentlich kennen, die aber möglicherweise ins Ausland verschleppt werden oder ähnliche Gewalt erfahren“, so Referatsmitarbeiterin Gernhardt von Terres Des Femmes. „Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Mädchen und Frauen im Namen einer vermeintlichen Familienehre unterdrückt werden.“ Die Gesellschaft müsse lernen, mögliche Warnzeichen besser zu erkennen.

Zum 20. Jahrestag des Mordes an Hatun Sürücü veranstalten die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Neukölln Gedenkveranstaltungen.

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