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Die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM), Italiens Kartellbehörde, gab am Dienstag bekannt, dass sie eine formelle Untersuchung gegen easyJet Airline Company Limited wegen angeblich unlauterer Geschäftspraktiken eingeleitet hat.
Im Mittelpunkt des Falles steht die Art und Weise, wie die Fluggesellschaft die Gepäckgebühren auf ihrer Website und in ihrer mobilen App strukturiert und darstellt. Die Regulierungsbehörde behauptet, dass den Passagieren routinemäßig ein verzerrtes Bild davon vermittelt wurde, was sie tatsächlich zahlten.
Nach Angaben der AGCM wurden auf der Plattform von easyJet automatisch aufgegebenes Gepäck und Sportausrüstung für Hin- und Rückflüge gebündelt und nur ein durchschnittlicher Gesamtpreis für den Service angezeigt, selbst wenn Kunden nicht die Absicht hatten, ihn für beide Abschnitte ihrer Reise zu kaufen.
Die Regulierungsbehörde behauptet, dass jeder, der Gepäck nur für eine Etappe hinzufügen wollte, gezwungen war, den Buchungsprozess zu unterbrechen, um diese Einstellung außer Kraft zu setzen, ein Schritt, den die meisten Verbraucher wahrscheinlich nicht bemerken oder begreifen würden.
Bei der Untersuchung wird untersucht, ob das Buchungssystem von easyJet zu unklaren Preisbedingungen und einer eingeschränkten Fähigkeit der Verbraucher geführt hat, umfassend informierte Entscheidungen zu treffen.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels hat easyJet den Fall nicht öffentlich kommentiert.
Italiens AGCM frühere Maßnahmen
Dies ist nicht das erste Mal, dass easyJet vor italienischen Behörden erscheint.
Im Mai 2021 verhängte die AGCM zusammen mit Ryanair und Volotea eine Geldbuße in Höhe von 2,8 Millionen Euro gegen die Fluggesellschaft, nachdem alle drei keine Bargelderstattungen für Flüge angeboten hatten, die nach der Aufhebung der COVID-19-Reisebeschränkungen in Italien annulliert worden waren, und stattdessen Gutscheine ausgestellt hatten.
EasyJet legte Berufung ein, doch das regionale Verwaltungsgericht Latium in Rom lehnte die Klage im Februar 2025 ab.
Die AGCM zögerte nicht, den Sektor umfassender zu verfolgen.
Im Dezember 2025 verhängte das Unternehmen gegen Ryanair eine Geldstrafe in Höhe von 255 Millionen Euro wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung im Flugverkehr von und nach Italien.
Die italienische Behörde kam zu dem Schluss, dass die Fluggesellschaft eine „ausgeklügelte Strategie“ angewendet habe, um Reisebüros am Kauf ihrer Flüge zu hindern, unter anderem durch Gesichtserkennungskontrollen, Zahlungssperren und Massenlöschungen von Konten. Ryanair kündigte sofort an, Berufung einzulegen.
