Nach Hitzewelle
Starke Gewitter treffen den Norden – dann folgt die Schafskälte
28.05.2026 – 05:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Noch scheint in Hamburg die Sonne – doch schon am Freitag warnt der DWD vor Orkanböen und Hagel. Und der Juni hält eine weitere Überraschung bereit.
Hamburg erlebt einen der markantesten Wetterumschwünge des bisherigen Jahres: Auf tagelange Rekordhitze folgen schwere Gewitter – und im weiteren Verlauf des Juni droht ein deutlicher Temperatursturz.
Noch präsentiert sich das Wetter von seiner ruhigen Seite. Für Donnerstag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Hamburg sonniges und trockenes Wetter bei Höchstwerten von bis zu 22 Grad.
Ende der Hitzeglocke sorgt für Wetterumschwung in Hamburg
Ab Freitagnachmittag ändert sich das Bild grundlegend. Tiefausläufer greifen auf Norddeutschland über und bringen von Westen her kräftige Gewitter. Der DWD warnt vor Starkregen bis zu 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, schweren Sturmböen bis 100 km/h und Hagel. Lokal sei sogar Unwettergefahr durch Starkregen um 35 Liter pro Quadratmeter, orkanartige Böen um 110 km/h sowie größeren Hagel möglich. In der Nacht zum Samstag sollen die Gewitter allmählich nachlassen.
Verantwortlich für den Umschwung ist das Ende der Hitzeglocke, die Deutschland zuletzt mit Rekordtemperaturen überzogen hatte – in Regensburg wurden am Pfingstsonntag 33,2 Grad gemessen, der höchste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1879.
Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt gegenüber t-online, was nun passiert: Von Norden nähere sich ein Trog – ein Gebiet mit relativ geringem Luftdruck. „Die Schichtung der Atmosphäre wird labiler, es bilden sich kräftige Quellwolken – und so steigt zur zweiten Wochenhälfte und zum Wochenende hin die Gefahr teils heftiger Gewitter deutlich an. Lokal drohen Starkregen, Hagel und stürmische Böen.“
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Entscheidend sei das Zusammenspiel von schwüler Bodenluft und kälteren Luftmassen in der Höhe: Diese Konstellation erzeuge jene instabile Atmosphäre, aus der sich Gewitter besonders heftig und rasch entwickeln könnten.
Wetter in Hamburg: kein dauerhafter Sommerknick erwartet
Im weiteren Verlauf des Juni bahnt sich dann die sogenannte Schafskälte an – ein Wetterphänomen, das laut DWD häufig Mitte Juni auftritt und polare Luft nach Deutschland führt. Für den Zeitraum vom 10. bis 12. Juni beziffern die Wetterexperten die Wahrscheinlichkeit für unterdurchschnittliche Temperaturen auf 80 Prozent. Jung konkretisiert: „Die Temperaturen halbieren sich nahezu und gehen auf 15 bis 20 Grad zurück. In den Nächten kann es in ungünstigen Lagen empfindlich frisch werden.“
Einen dauerhaften Sommerknick erwartet der Meteorologe dennoch nicht. Die Wettermodelle deuteten vielmehr auf einen „zickzackartigen Verlauf mit einem ständigen Wechsel aus warmen und kühleren Abschnitten“ hin – die nächste Wärmephase sei „eine Frage der Zeit.“
