Superzellen-Gefahr?

Wetterdienst warnt vor Unwettern mit Hagel und Starkregen


15.09.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Unwetter (Symbolbild): Einzelne rotierende Zellen sind theoretisch möglich. (Quelle: Alexander Wolf/onw-images/dpa/dpa-bilder)

Die Kaltfront eines Nordmeertiefs zieht auf. Sie bringt Gewitter nach Deutschland. In einer Region drohen Unwetter.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor möglichen Unwettern mit bis zu 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden. Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung beschreibt auf Anfrage von t-online die Lage so: Ein Höhentrog mit dem Tief „Zuri“ schiebe von Nordwesten eine Kaltfront nach Deutschland und räume die bis dahin bestimmende, sehr warme Subtropikluft nach Südosten ab.

Entlang dieser Front und der vorgelagerten Konvergenz ziehen ihm zufolge ab Dienstagabend Gewitter vom Nordwesten her ostwärts. Laut DWD werden diese teils sehr stark. Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde werden erwartet, dazu kleinkörniger Hagel.

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Quelle: Wetter.com
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Der Meteorologe Jan Schenk warnt laut „Focus“ vor Superzellen. Grund dafür sei eine starke, hoch reichende Windscherung, die Gewitterzellen in Rotation versetzen könne.

Kurzlebige Tornados nicht auszuschließen

Dominik Jung schränkt auf Anfrage von t-online allerdings ein: Zwar seien „rein auf dem Papier“ einzelne rotierende Zellen durchaus möglich. Er sehe die Gefahr „in der Praxis aber deutlich zurückhaltender“. Der Grund sei der Zeitpunkt in der Nacht. Jung: „Nachts kühlt die Grundschicht aus, die Gewitter ‚heben ab‘, koppeln sich also von der Bodenschicht ab.“

Das entschärfe die Superzellen-Gefahr erheblich: „Eine Superzelle, die keinen Kontakt mehr zur bodennahen Luftschicht hat, ist ein ganz anderes Kaliber als eine tagsüber gut durchgeheizte Zelle.“ Die Folge: Anders als bei einem Superzellen-Szenario tagsüber seien die Böen nachts schwächer, der Hagel kleiner und das Tornado-Potenzial geringer – auch wenn kurzlebige Tornados auch laut Jung nicht ganz auszuschließen sind.

Diese Regionen sind betroffen

Dennoch sollten die Menschen sich auf kräftige Nachtgewitter mit Starkregen einstellen, die sich teils zu größeren, zusammengeschlossenen Systemen entwickelt haben. Am Dienstagabend treffe es zunächst den Nordwesten, in der Nacht zum Mittwoch dann die gesamte Nordhälfte bis in den Osten und nach Vorpommern.

Am Mittwoch verlagere sich der Schwerpunkt in die Südosthälfte, an den Alpen komme ab Mittwochnachmittag Dauerregen dazu. Lokal könne es zu Überflutungen kommen.

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