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You are at:Home»Finanzen»Droht ein Rückfall in alte Riester-Muster?
Finanzen

Droht ein Rückfall in alte Riester-Muster?

wochentlich.deBy wochentlich.de20 September 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Wie hoch ist das Risiko bei langen Anlagezeiträumen wirklich?

Dass Aktienkurse schwanken, ist unbestritten. In einzelnen Jahren können breit gestreute Aktienfonds deutlich an Wert verlieren. Wer kurz vor oder während eines Börsencrashs verkaufen muss, kann Verluste erleiden. Über lange Zeiträume sah das historisch aber deutlich robuster aus.

Der MSCI World, ein internationaler Aktienindex mit Unternehmen aus vielen Industrieländern, wird häufig als Maßstab für breit gestreute Aktienanlagen verwendet. Historische Auswertungen seit 1970 zeigen: Wer mindestens 15 Jahre im MSCI World investiert blieb, machte in der Vergangenheit keinen Verlust – unabhängig vom Einstiegszeitpunkt.

Laut einer Analyse des Fachportals „Fairvalue“ für den Zeitraum von 1970 bis Mai 2020 lag die durchschnittliche nominale Rendite des MSCI World über alle 15-Jahres-Zeiträume bei rund 8 Prozent pro Jahr. Selbst im schlechtesten betrachteten Zeitraum blieb ein Plus von 1,5 Prozent pro Jahr.

Das ist allerdings keine Garantie für die Zukunft. In einer Simulation von „Fairvalue“ lag die Wahrscheinlichkeit, über die kommenden 15 Jahre mit einem MSCI-World-ETF mindestens ohne Verlust herauszukommen, bei knapp 90 Prozent. Umgekehrt blieb also ein Verlustrisiko von gut 10 Prozent. Wer fürs Alter vorsorgt, spart idealerweise deutlich länger als 15 Jahre. Dadurch sinkt das Verlustrisiko zusätzlich.

Im Video | Sichere Altersvorsorge: So funktioniert der Handel mit Fonds und ETFs

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Der Preis der Sicherheit

Wer dennoch auf Sicherheit setzen will, sollte sich bewusst sein, welchen Preis das hat. Wie stark geringere Renditen ins Gewicht fallen, zeigt eine Modellrechnung: Angenommen, jemand zahlt 35 Jahre lang monatlich 150 Euro in ein Altersvorsorgeprodukt ein. Würden diese insgesamt 63.000 Euro nach Kosten im Schnitt 5,5 Prozent Rendite pro Jahr erzielen, entstünde daraus rechnerisch ein Vermögen von rund 183.000 Euro. Bei nur 3,5 Prozent Rendite wären es rund 121.000 Euro. Der Unterschied beträgt mehr als 60.000 Euro.

Die Forschenden der Universität Kassel fordern deshalb, die Renditekosten von Garantien vor Vertragsabschluss sichtbar zu machen – etwa durch verpflichtende Beispielrechnungen. Sparer sollen also nicht nur sehen, was garantiert wird, sondern auch, welches Vermögen sie durch die Garantie möglicherweise einbüßen.

Rückfall in alte Riester-Muster?

Fomm sieht die Gefahr, dass Teile des Marktes wieder stärker auf komplexe Garantieprodukte setzen. „Man kann davon ausgehen, dass nicht alle Anbieter nur das günstige Standarddepot verkaufen wollen“, sagte er. Das ist besonders relevant, weil der gesetzliche Kostendeckel nur für das Standarddepot gilt. Für andere Varianten – etwa aktiv gemanagte Produkte oder Garantieprodukte – können höhere Kosten anfallen.

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