Mit historisch niedrigen Cash-Quoten und steigenden Investitionen in Aktien scheint die Zuversicht an der Börse zurück zu sein. Wird das ausgerechnet im Jahr der US-Zwischenwahlen zum Risiko?
In den USA blicken Investoren jeden Monat auf frische Daten und überreißen dabei die Stimmung. Abgebildet über den bekannten Fear and Greed Index sind die Börsianer Anfang September eher ängstlich bis neutral gestimmt. Die neue Fondsmanagerumfrage der Bank of America zeigt aber ungewöhnlich viel Zuversicht: „Die Cash-Quote ist auf extrem niedrige 3,5 Prozent gefallen, den sechstniedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung 1998“, so die Experten vom Lynx-Broker.
Zugleich erwarten 56 Prozent der Befragten, dass die Weltwirtschaft durchstartet. Noch vor vier Monaten waren es gut 30 Prozent. Kein Wunder also, dass die globale Aktienallokation den höchsten Stand seit November 2021 erreicht hat. So viel Einigkeit ist an der Börse allerdings mit Vorsicht zu genießen. Wenn die Mehrheit bereits positioniert ist, fehlt später ein Teil der Käufer, die für weitere Kursgewinne sorgen könnten. Genau deshalb dürften die kommenden sieben Wochen wichtiger werden, als es die Nähe zu den Rekordständen vermuten lässt.
Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf feingoldresearch.de und auf instagram.com/saurenz_finance.
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Bis September bleibt das Umfeld anspruchsvoll
Dazu passt die Tatsache, dass wir uns im vierjährigen US-Präsidentschaftszyklus noch in einer saisonal schwachen Phase befinden. „August und September weisen in Zwischenwahljahren historisch negative Durchschnittsrenditen auf“, so Lars Reichel von Gettex. Ein ähnliches Bild zeigt die Statistik für den Dax.
Gleichzeitig halten sich viele Indizes weiterhin über ihrer 21-Tage-Linie, wie das Welt-Aktien-Klima zeigt. Das ist ein Zeichen von Stärke, erhöht nach der langen Aufwärtsbewegung aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Konsolidierung. „Für Entwarnung ist es daher noch zu früh, zumal sich auch Volatilitätsbarometer wie Vix und VDax-New mit Werten um 15 auf historisch niedrigen Niveaus bewegen“, erklärt Thomas Soltau vom Smartbroker.
Das spricht für eine ungewöhnlich entspannte Marktverfassung, macht Absicherungen über Puts aber vergleichsweise günstig. Wer kurzfristig Risiken reduzieren möchte, kann deshalb mit überschaubarem Kapitaleinsatz einen Teilschutz einziehen, statt größere Aktienpositionen vorschnell aufzulösen. Ein Beispiel für solch einen Put ist die Wertpapierkennnummer VY4RDS von Vontobel mit Laufzeit bis Juni 2027 und einem Basispreis von 7.600 Zählern auf den S&P 500.
