Weitere Vorwürfe gegen Konstantin Wecker
„Ich fühlte mich zum Sex mit ihm gedrängt“
Aktualisiert am 30.05.2026 – 14:44 UhrLesedauer: 4 Min.
Im November 2025 berichtete eine Frau über ein intimes Verhältnis mit dem Liedermacher Konstantin Wecker. Jetzt melden sich drei weitere Frauen zu Wort.
Eine Frau hatte im vergangenen November in der „Süddeutschen Zeitung“ über ein intimes Verhältnis mit dem Liedermacher Konstantin Wecker gesprochen. „Johanna“, wie sie in dem Bericht genannt wurde, war 15 Jahre alt gewesen, er 63. Wecker entschuldigte sein Verhalten damals mit schwerem Alkoholkonsum.
Nun haben drei weitere Frauen in der „Süddeutschen Zeitung“ ähnliche Erfahrungen mit Wecker geschildert. Alle drei waren nach eigenen Angaben 17 Jahre alt, als es zu sexuellen Begegnungen mit dem Musiker gekommen sei. Die Vorfälle erstreckten sich demnach über mehrere Jahrzehnte. Zwei der Frauen treten mit ihrem echten Namen auf: Friederike Schupelius, heute 28 Jahre alt, und Marie Franz, heute 38. Die dritte Frau wird in dem Bericht unter dem Pseudonym Anne Wolf geführt.
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Alle drei schilderten, Wecker bei seinen Konzerten kennengelernt zu haben. Anne Wolf habe ihm im Dezember 1990 nach einem Auftritt in Schwäbisch Hall eine Rose überreichen wollen, als sie von einem Mann aus Weckers Umfeld angesprochen worden sei. Es habe geheißen, Wecker wolle sie persönlich kennenlernen. Sie könne in den Backstage-Bereich mitkommen. Anne Wolf berichtete von einer Affäre mit Wecker.
Marie Franz gab an, sie habe sich im Herbst 2005 nach einem Konzert nahe Dresden für ein Autogramm von Wecker angestellt. Er habe sie gefragt, ob sie noch etwas trinken gehen wolle. Sie habe nicht gekonnt, also habe er sie für den nächsten Morgen in sein Hotel eingeladen, wo sie ihn in der Lobby auf einen Kaffee getroffen habe. Wenig später seien sie auf sein Zimmer gegangen. „Eine gute halbe Stunde später hatten wir schon Sex. Es ging wirklich unfassbar schnell“, sagte sie. Wecker habe ihr gesagt, dass sie es geheim halten müssten. Alle drei schilderten, dass ihm dies wichtig gewesen sei. Von Anne Wolf habe er es aber nicht explizit verlangt.
„Ich fühlte mich zum Sex mit ihm gedrängt“
Friederike Schupelius war nach eigenen Angaben im Dezember 2014 mit ihren Eltern auf einem Konzert. Danach habe sie Wecker eine Mail geschrieben und sich begeistert von dessen Musik gezeigt. Er habe sie zu weiteren Konzerten eingeladen, wo sie zunächst mit Begleitung gewesen sei. Im Mai 2015 sei sie dann allein zu einem Auftritt in Arnsberg im Sauerland gefahren, wo Wecker sie an der Hotelbar geküsst habe – Schupelius‘ erster Kuss. Sie habe sich unwohl gefühlt. Doch Wecker habe sie mit auf sein Zimmer nehmen wollen. Sie sagte: „Ich fühlte mich zum Sex mit ihm gedrängt.“ Sie sei noch Jungfrau gewesen, habe aber nachgegeben. Friederike Schupelius habe danach lange unter der Erfahrung gelitten, sei schwer depressiv gewesen und habe eine posttraumatische Belastungsstörung gehabt.
