Doping-Wirbel um Owen Ansah

Bekommt er wirklich die härteste Strafe?


Aktualisiert am 15.08.2026 – 08:32 UhrLesedauer: 4 Min.

imago images 1081070997

Owen Ansah: Er ist der erste deutsche Europameister über 200 Meter seit 44 Jahren. (Quelle: IMAGO/Leah Kohring/imago)

Mit Gold und Bronze erregt Owen Ansah bei der Leichtathletik-EM Aufsehen. Dabei droht dem deutschen Sprint-Star eine drastische Sperre – wegen eines diskussionswürdigen Vorfalls. Es gibt ähnliche Fälle aus jüngster Vergangenheit.

Der Auftrag für Owen Ansah war klar. „Mein Sohn hat gesagt: Papa, zünde den Turbo. Das habe ich hinbekommen. Ich bin ehrlich: Bis vor diesem Jahr habe ich das nie wirklich geglaubt, dass ich es schaffen kann“, erzählte der 25-Jährige nach seinem fulminanten Gold-Erfolg über 200 Meter bei der Leichtathletik-EM am Freitagabend.

In 19,95 Sekunden hängte Ansah die Konkurrenz auf den letzten 50 Metern scheinbar mühelos ab. Normalerweise wäre das deutscher Rekord, aber der Rückenwind war mit 2,5 Metern pro Sekunde so stark, dass die Zeit nicht als Bestzeit gelten kann.

  • Anti-Doping in Deutschland: Topathleten wie Ansah und Freigang droht Sperre
  • Ansah gelingt Sensation: Sprinter holt erste deutsche 100-Meter-Medaille seit 40 Jahren

Aber dennoch: Ansah ist der erste deutsche Europameister über 200 Meter seit 44 Jahren. Damals bejubelte Olaf Prenzler in Athen Gold für die DDR. Die bislang letzte EM-Medaille hatte Jürgen Evers 1986 in Stuttgart mit Silber geholt. Zuvor hatte Ansah über 100 Meter bereits Bronze gewonnen.

Trotz seiner Erfolge schwingt immer noch eine Frage mit: Darf er seine Medaillen überhaupt behalten?

Ansah will nicht über „negative Sachen“ sprechen

Denn: Ansah startet bei dieser EM nur auf Bewährung, ihm droht eine vierjährige Sperre – und das ohne positive Dopingprobe. Laut Nationaler Anti-Doping-Agentur (Nada) soll er am 9. Juli die Abgabe einer Dopingprobe verweigert haben, so der Vorwurf der Agentur. Er selbst bestreitet das, beteuert, dass der Doping-Kontrolleur außerhalb des von ihm angegebenen Zeitfensters bei ihm vorstellig geworden sei, als er gerade unter Zeitdruck stand, einen Flug zum Leichtathletik-Meeting in Monaco zu erreichen. Außerdem habe er erst kurz zuvor die Toilette besucht. Der Fall wird aktuell vor dem Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) in erster Instanz verhandelt.

Empfohlener externer Inhalt
Instagram

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

„Ich vertraue auf mein Team, das hinter mir steht. Ich kann das andere nicht beeinflussen“, sagte er bereits nach seinem Bronze-Erfolg. „Ich kann nur beeinflussen, wie schnell ich auf der Bahn bin. Und das habe ich heute gut gezeigt.“ Am Freitag zeigte er das erneut und blendete das Thema komplett aus. Nach seinem erfolgreichen Halbfinale wurde er im ZDF-Interview auf die drohende Doping-Sperre angebrochen – und brach das Gespräch kurzerhand ab.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version