Warum die Hitzewellen in Deutschland immer heißer werden

Die hohen Temperaturen sind dabei nicht allein auf die aktuelle Wetterlage zurückzuführen, betont der Meteorologe Terli. „Durch die globale Erwärmung liegt das Temperaturniveau insgesamt bereits deutlich höher als früher. Kommt dann zusätzlich heiße Luft aus südlichen Regionen nach Mitteleuropa und wird diese unter einem stabilen Hoch weiter aufgeheizt, entstehen besonders hohe Temperaturen.“ Dieser Effekt sei inzwischen ein fester Bestandteil des Klimasystems in Europa und werde sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter verstärken.

„Schon in diesem Sommer sind weitere Hitzewellen möglich. Ob diese besonders extrem ausfallen, lässt sich derzeit noch nicht sicher sagen. Auffällig ist jedoch, dass der Südwesten Deutschlands bereits jetzt die dritte Hitzewelle des Jahres erlebt“, führt der Wetterexperte weiter aus. „Hitzewellen treten häufiger auf, erreichen höhere Temperaturen und dauern oft länger an als früher. Ob das auch auf die bevorstehende Phase zutrifft, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Werte zwischen Mitte 30 und örtlich fast 40 Grad sind für Deutschland außergewöhnlich hoch.“

  • Nach der tödlichen Junihitze: Neue Hitzewelle formiert sich im Süden
Die Temperaturprognose für den 19. Juli nach einem Lauf des ECMWF-Wettermodells. Demnach zieht die Hitzewelle weiter in den Osten.

„Temperaturen über 40 Grad derzeit eher unwahrscheinlich“

Die neue Hitzewelle dürfte laut Terli etwas weniger intensiv ausfallen als die vorherige, sodass Temperaturen über 40 Grad derzeit eher unwahrscheinlich erscheinen. „Gleichzeitig ist bei solchen Wetterlagen Vorsicht geboten, denn gerade die stärksten Zuspitzungen werden von den Modellen oft erst wenige Tage vorher erkannt.“

Wie es nach dem 18. Juli mit dem Sommer weitergeht, bewerten die großen Wettermodelle zurzeit unterschiedlich. Einig sind sie sich jedoch darin, dass das stabile Hochdrucksystem an Einfluss verlieren dürfte.

Im Video | Die nächste Hitzewelle nimmt Fahrt auf

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Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF nähert sich eine Störung aus Richtung Island, England und Skandinavien. Sie könnte die Hochdruckzone aufspalten und Deutschland zunehmend beeinflussen. Dann wären wieder mehr Wolken, Schauer und Gewitter möglich. Gleichzeitig würden die Temperaturen auf etwa 20 bis 25 Grad zurückgehen, im Süden örtlich auf bis zu 27 Grad.

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