Scharfe Kritik

Aldi plant Sonntagsöffnung – allerdings in Belgien


Aktualisiert am 06.06.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 2 Min.

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Aldi: Beschäftigte sollen sonntags freiwillig arbeiten. (Quelle: IMAGO/Didier Lebrun/imago)

In zahlreichen Ländern ist es möglich, regulär auch sonntags einzukaufen.

Der Discounter Aldi möchte seine Filialen künftig auch sonntags öffnen. Allerdings vorerst nur in Belgien. Darüber berichten mehrere belgische Zeitungen. Demnach sollen Beschäftigte freiwillig an dem eigentlichen Ruhetag arbeiten und für ihren Einsatz zusätzliche Leistungen erhalten.

Die Pläne des Unternehmens stoßen jedoch nicht überall auf Zustimmung. Gewerkschaften und Angestellte lehnen sich dagegen auf.

Das sind die Pläne

Nach Angaben des Discounters sollen alle belgischen Filialen sonntags von 8.30 Uhr bis 13 Uhr geöffnet sein. Wer an diesem Tag arbeiten möchte, soll dafür entweder einen finanziellen Zuschlag oder zusätzliche Urlaubstage bekommen. An gesetzlichen Feiertagen sollen die Geschäfte allerdings weiterhin geschlossen bleiben.

Wann die neuen Öffnungszeiten eingeführt werden, steht bislang noch nicht fest.

Streik: Der Plan kam bei den Beschäftigten nicht gut an. (Quelle: IMAGO/JAMES ARTHUR GEKIERE/imago)

Bereits Ende April hatte die Ankündigung möglicher Sonntagsöffnungen Unruhen ausgelöst. Es kam zu spontanen Streiks. Vor einigen Tagen informierte der Discounter dann erstmals die Gewerkschaften über die konkreten Pläne.

Gewerkschaft hat Klärungsbedarf

Vor allem die christliche Gewerkschaft ACV Puls meldet Klärungsbedarf. Koen Vanschoubroeck, Gewerkschaftsvertreter bei ACV Puls, sagte, dass es bislang keine umfassenden Gespräche über die Sonntagsöffnungen gegeben habe. Darüber hinaus müssten zunächst einmal erst andere soziale Themen geklärt werden.

Weiterhin meldet ACV rechtliche Bedenken. Demnach könnte die geplante Öffnungszeit bis 13 Uhr gegen die in Belgien geltenden Vorschriften zur Sonntagsarbeit verstoßen. Denn wie auch in Deutschland ist in Belgien die Sonntagsarbeit gesetzlich verboten. Ausnahmen gibt es etwa für das Gesundheitswesen, Gastgewerbe und den Sicherheitsdienst.

Auch die Idee des Discounters, einzelne Filialen sonntags mit weniger Personal – etwa mit nur einer studentischen Aushilfe plus einem Angestellten – zu besetzen, stößt auf Kritik. Besonders bei den Beschäftigten.

Die freie Gewerkschaft SYNOVA äußert sich zurückhaltend auf Aldis Pläne. Sie rechnet zwar mit schwierigen Verhandlungen, sieht grundsätzlich aber keine unüberwindbaren Hindernisse. Positiv bewertet die Gewerkschaft, dass die Sonntagsarbeit freiwillig erfolgen soll. Dennoch seien Gespräche nötig.

Aldi wäre mit seinen Plänen zur Sonntagsöffnung kein Einzelfall. So haben etwa Franchise-Märkte wie Delhaize, Intermarché und Carrefour an dem Ruhetag regulär geöffnet, teilweise sogar bis 20 Uhr.

Öffnet Aldi sonntags auch in Deutschland?

In Deutschland gelten deutlich strengere Regeln. Grundsätzlich müssen Geschäfte sonntags geschlossen bleiben. Ausnahmen gibt es etwa an Bahnhöfen. Dort dürfen Verkaufsstellen laut Ladenschlussgesetz auch sonntags öffnen, sofern sie vor allem Reisende versorgen. Während der allgemeinen Ladenschlusszeiten darf zudem sogenannter Reisebedarf verkauft werden. Das bedeutet, dass Aldi-Filialen in Bahnhöfen auch sonntags geöffnet haben dürfen.

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