Neue Forschungserkenntnisse
Dieses Schlafverhalten lässt Ihr Gehirn vorzeitig altern
18.09.2025 – 17:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Menschen wälzen sich Nacht für Nacht schlaflos im Bett. Was sie oft nicht wissen: Chronische Schlaflosigkeit kann das Gehirn langfristig schädigen.
Regelmäßiger, erholsamer Schlaf ist entscheidend für die Gesundheit unseres Gehirns. Fehlt er, kann sich das Denkorgan nicht ausreichend regenerieren. Kurzfristig führt das zu Konzentrationsproblemen, die nach ein bis zwei Nächten wieder verschwinden. Hält die Schlaflosigkeit jedoch über Monate an, wird sie gefährlich. Forscher sehen darin einen wichtigen Risikofaktor für geistigen Abbau im Alter.
Ein Team um den Neurologen Diego Carvalho von der Mayo Clinic in den USA hat untersucht, wie sich chronische Schlaflosigkeit auf die Hirngesundheit auswirkt. Dafür begleiteten die Forscher 2.750 Menschen im Durchschnittsalter von 70 Jahren über fünf Jahre lang. Zu Beginn wies niemand aus der Gruppe kognitive Erkrankungen auf. 16 Prozent litten jedoch bereits an Insomnie.
Die Forscher führten jedes Jahr Denk- und Gedächtnistests durch. Bei der Hälfte der Teilnehmer kam zusätzlich eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz, mit der unter anderem krankhafte Veränderungen der weißen Hirnsubstanz sowie Amyloid-Plaques erfasst wurden. Diese Eiweißablagerungen gelten als typisches Merkmal von Alzheimer.
Das Ergebnis: 14 Prozent der Betroffenen mit Schlafproblemen entwickelten eine leichte kognitive Störung oder Demenz, während es unter den gut schlafenden Teilnehmern nur zehn Prozent waren. Statistisch ergibt sich daraus ein um 40 Prozent höheres Risiko für geistigen Abbau. Übertragen auf das biologische Alter entspricht das einer Hirnalterung um etwa 3,5 Jahre.
„Schlaflosigkeit wirkt sich nicht nur darauf aus, wie man sich am nächsten Tag fühlt, sondern kann im Laufe der Zeit auch die Gesundheit des Gehirns beeinträchtigen“, warnt Carvalho. Sein Team beobachtete bei den Betroffenen sowohl einen schnelleren Rückgang der Gedächtnisleistung als auch sichtbare Veränderungen im Gehirn. „Chronische Schlaflosigkeit könnte ein Frühwarnzeichen oder sogar ein Beitrag zu zukünftigen kognitiven Problemen sein“, so der Forscher.
Ob Insomnie die direkte Ursache ist oder eher als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auftritt, bleibt offen. Auffällig war jedoch: Menschen, die das APOE-ε4-Gen trugen – ein bekannter Risikofaktor für Alzheimer – und zusätzlich unter Schlaflosigkeit litten, schnitten in den Tests besonders negativ ab.
