Im BR
Romanverfilmung: Dieser Thriller täuscht mit sommerlicher Kulisse
11.08.2026 – 09:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Unter der Sonne Italiens entwickelt sich ein teuflischer Plan: „Der talentierte Mr. Ripley“ zeigt, wie die Sehnsucht nach einem anderen Leben zur Besessenheit wird.
Die Vorstellung, für einen Tag die Identität einer anderen Person anzunehmen, übt einen besonderen Reiz aus. Aus dem Alltag fliehen, neue Facetten des Lebens kennenlernen oder den Status in der Gesellschaft wechseln sind nur einige Gründe, die solche Wünsche erwecken. In dem sommerlichen Thriller „Der talentierte Mr. Ripley“ spielt Oscar-Preisträger Matt Damon einen Mann, der sich dieses Verlangen erfüllt.
Darum geht es in „Der talentierte Mr. Ripley“
Als Sohn einer einfachen Familie ist Tom Ripley (Matt Damon) fern von Luxus und Reichtum. Als stiller Beobachter sehnt er sich danach, eines Tages in die elitären Kreise voller Geld und Statussymbole eintreten zu können. Als er den Auftrag erhält, den Milliardär Dickie Greenleaf (Jude Law) von Italien nach Amerika zu bringen, ergibt sich für Ripley eine unerwartete Gelegenheit.
Er lernt Greenleaf und dessen Verlobte Marge (Gwyneth Paltrow) kennen, mit denen er sich gut versteht. Die Bindung zwischen den beiden Männern wächst und auch Marge übt auf Ripley eine gewisse Faszination aus. Das süße Leben in Italien lässt in Ripley einen teuflischen Plan wachsen, der seinen Traum, endlich angesehen zu werden, in greifbare Nähe rücken lässt.
Wie sehenswert ist „Der talentierte Mr. Ripley“?
Die zentralen Themen Neid, Gier und Ansehen verwebt Regisseur Anthony Minghella auf spannende Art und Weise. „Durch seine Darsteller sowie die Bilder gelingt Anthony Minghella eine andere Akzentuierung der Geschichte, die begeistert und den Zuschauer Anteil nehmen lässt an dem Leben und Handeln einer Figur, welche man bestenfalls als moralisch fragwürdig einstufen kann“, bringt es die Filmkritikenseite „film-rezensionen.de“ auf den Punkt.
Die internationale Presse und das weltweite Publikum zeigen sich ebenfalls von dem Thriller begeistert, der eine düstere Geschichte als Kontrast vor sommerlicher Urlaubskulisse erzählt. Laut dem Bewertungsportal „Rotten Tomatoes“ bejubeln die Kritiker die Produktion mit 85 Prozent. Das Publikum stimmt zu 80 Prozent zu. Die Filmdatenbank „IMDb“ vergibt 7,4 von 10 möglichen Sternen.
Der Film läuft am Freitag, 14. August 2026, um 22.50 Uhr im BR. Wer den Thriller verpasst, kann ihn alternativ bei Paramount+ im Abo streamen.
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Romanvorlage ist Thriller-Klassiker
Anthony Minghella drehte den Film Ende der 1990er-Jahre. Im Kino startete er letztlich 1999, doch die Ursprünge der Geschichte gehen bis ins Jahr 1955 zurück. Als Vorlage diente der gleichnamige Roman der amerikanischen Autorin Patricia Highsmith, die insgesamt fünf Bücher zur Figur Tom Ripley verfasste.
Bereits im Jahr 1960 diente der Roman als Basis für den Spielfilm „Nur die Sonne war Zeuge“. Im sonnigen Frankreich angesiedelt, übernahm in der französischen Produktion Alain Delon die Rolle Ripleys. Die amerikanische Version hinterließ deutlich mehr Eindruck und konnte sich unter anderem über fünf Oscar-Nominierungen freuen. Darunter fiel die Kategorie „Bester Nebendarsteller“, in der Jude Law für den Preis vorgeschlagen war.
