Rekord aus April geknackt

Diesel in Deutschland teuer wie nie zuvor

Aktualisiert am 17.09.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf Zapfsäulen an einer Tankstelle: Diesel hat ein Rekordhoch erreicht. (Quelle: Robert Michael/dpa)

Die Krise im Nahen Osten treibt die Kraftstoffpreise in Deutschland auf immer neue Höchststände. Ob und wie dagegen vorgegangen werden kann, ist umstritten.

Nach Benzin ist jetzt auch Diesel in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Am Mittwoch kostete ein Liter im bundesweiten Tagesschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April um 0,6 Cent, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Benzin ist bereits seit Tagen auf Rekordniveau. Am Mittwoch erreichte es sein fünftes Hoch in Folge bei 2,314 Euro pro Liter.

Im Video | „Irgendwann reicht es“: Wut über Benzinpreise wächst

Player wird geladen

Quelle: reuters

Die Spritpreise sind seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar außergewöhnlich hoch. Seit Ende August haben sie erneut zugelegt: Diesel ist nun um knapp 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsausbruch, E10 um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren die Kraftstoffe in der Vergangenheit allerdings bereits teurer.

Für Autofahrer bedeutet dies Mehrkosten: Ein Benziner mit 800 Kilometern monatlicher Fahrleistung und einem Verbrauch von 8 Litern pro 100 Kilometer verursacht – basierend auf den Preisen vor Kriegsbeginn – zusätzliche Kosten von 34 Euro pro Monat. Ein Dieselfahrzeug mit 1.400 Kilometern Fahrleistung und 7 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer kommt auf 69 Euro.

Preise an einer Autobahntankstelle an der A100 Ausfahrt Nikolassee in Berlin: Teils lagen die Preise pro Liter bei mehr als drei Euro. (Quelle: Sven Kaeuler/dpa)

Angesichts der Preisanstiege ist in der Politik eine neue Debatte um Entlastungen entbrannt. Grundsätzlich gibt es sowohl aus der Union als auch der SPD Vorschläge und Bekenntnisse dazu. Strittig ist allerdings, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Große Spannbreite und vereinzelt mehr als 3 Euro

Der Preis für Rohöl ist typischerweise der wichtigste Faktor für Änderungen beim Spritpreis. Hinzu kommen aber auch andere Faktoren wie Transport- und Raffineriekapazitäten. Zudem ist der Preis für Diesel typischerweise krisenanfälliger – weswegen der Kraftstoff nun auch mehr kostet als Benzin, obwohl er niedriger besteuert wird.

Regional und je nach Art der Tankstelle können die Preise deutlich abweichen. Zudem schwankt der Preis im Tagesverlauf stark: Nach dem Preissprung am Mittag sind die Kraftstoffe meist mehr als 20 Cent teurer als davor. Nachmittags fallen sie in der Regel rasch wieder, bis sie üblicherweise am nächsten Vormittag ihr Tagestief erreichen.

Insgesamt ergeben sich große Preisspannen: Am späten Mittwochvormittag war Superbenzin der günstigen Sorte E10 an besonders preiswerten Tankstellen für knapp über 2,10 Euro erhältlich. Nach dem Preissprung um 12 Uhr verlangten Autobahntankstellen für teures Premiumbenzin teilweise mehr als 3 Euro pro Liter.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version