Niereninsuffizienz erkennen

Diese Symptome können ein Nierenversagen ankündigen


Aktualisiert am 03.09.2026 – 16:34 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine Niereninsuffizienz kann unzählige Symptome verursachen, manchmal stehen aber auch Anzeichen der Grunderkrankung – wie Flankenschmerzen – im Vordergrund. (Quelle: gilaxia/getty-images-bilder)

Eine Niereninsuffizienz kann in vollständigem Nierenversagen enden. Umso wichtiger ist es, mögliche Symptome zeitig abzuklären. Worauf Sie achten sollten.

Bei einer Niereninsuffizienz – auch Nierenschwäche genannt – ist die Funktion einer oder beider Nieren eingeschränkt. Die Nierenfunktion kann sich plötzlich (akut) verschlechtern oder langsam nachlassen und dauerhaft (chronisch) eingeschränkt bleiben. Entsprechend unterschiedlich machen sich die Auswirkungen der Nierenprobleme bemerkbar.

Je nach Ausmaß der Niereninsuffizienz können die Symptome dabei unauffällig bis lebensbedrohlich sein. Wenn die Nieren völlig versagen, hilft nur noch eine Dialyse oder eine Nierentransplantation.

  • Mehr erfahren: Wie Dialyse funktioniert und wann sie nötig ist

Niereninsuffizienz: Warum die Symptome so vielfältig sind

Die mit einer Niereninsuffizienz verbundenen Symptome können praktisch den ganzen Körper betreffen. Das liegt daran, dass die Nieren zwei unterschiedliche Funktionen mit jeweils vielfältigen Auswirkungen erfüllen:

  • Als Filtrations- und Ausscheidungsorgan reinigt die Niere das Blut und bildet so den Urin. Die herausgefilterten Abfallstoffe (wie Harnstoff, Harnsäure oder Kreatinin) scheidet der Körper mit dem Urin aus, während er vorher andere – wichtige – Stoffe (wie Wasser, Zucker oder manche Salze) teils oder vollständig wieder ins Blut aufnimmt.
  • Als endokrines Organ bildet die Niere verschiedene Hormone und andere Stoffe, die an den unterschiedlichsten Vorgängen im Körper beteiligt sind – etwa an der Blutdruckregulierung, der Bildung roter Blutkörperchen und der Herstellung von Vitamin D.

Schon gewusst?

Der menschliche Körper hat zwei Nieren. Eine einzelne Niere kann aber – solange sie gesund ist – auch beide Funktionen ganz allein erfüllen.

Allein durch die eingeschränkte Filtrations- und Ausscheidungsfunktion kann eine Niereninsuffizienz unzählige Symptome verursachen. So kann der Körper unerwünschte Stoffwechselprodukte sowie von außen (etwa über Nahrungsmittel, Medikamente oder Drogen) zugeführte Schadstoffe nicht mehr ausreichend entsorgen. Die Folge: Die Stoffe sammeln sich im Blut an. Dazu gehören unter anderem saure Stoffwechselprodukte, wodurch der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät.

Daneben wirkt sich die gestörte Nierenfunktion auf den Wasser-Elektrolyt-Haushalt und damit auch auf den Blutdruck aus. Normalerweise regulieren die Nieren beides, indem sie je nach Bedarf Wasser und Salze zurückhalten oder verstärkt mit dem Urin ausscheiden. Gelingt ihnen die aufgrund einer Niereninsuffizienz nicht mehr hinreichend, können Symptome wie Wasseransammlungen im Körper und ein erhöhter Blutdruck auftreten.

Mündet die Niereninsuffizienz in völligem Nierenversagen, sind die Symptome lebensbedrohlich. Denn dann reichern sich die Abfallstoffe im Blut so stark an, dass sie den Körper vergiften. Zu den möglichen Anzeichen für eine solche Harnvergiftung (fachsprachlich Urämie genannt) zählen Hautveränderungen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme sowie Hirn- und Nervenschäden.

Überdies können bei einer Niereninsuffizienz Symptome hinzukommen, die durch die gestörte Bildung von Hormonen und ähnlichen Stoffen in den Nieren bedingt sind. Dazu gehören vor allem:

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