Auto 2000

Diese VW-Studie war ihrer Zeit weit voraus


16.11.2025 – 08:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Spritsparen als Ziel: Der VW Auto 2000 war im Jahr 1981 auch Stilvorbild für spätere VW-Modelle. (Quelle: Stiftung Auto Museum Wolfsburg)

Sein Gesicht erinnert an ein Serienmodell, das es 1981 noch gar nicht gab – und unter dem Blech der Studie wartete Technik, die erst Jahrzehnte später Alltag wurde.

Das Konzeptauto, das VW 1981 auf der IAA in Frankfurt präsentierte, kommt einem aus heutiger Warte bekannt vor. Es trug die Frontpartie eines Serienfahrzeugs, das es in den frühen Achtzigern noch gar nicht gab: Der Passat B3 sollte erst knapp sieben Jahre später erscheinen.

Der sogenannte Auto 2000 präsentierte bereits damals eine windschnittige Form mit tiefgezogener Motorhaube, umlaufender Sicke und hohem Heck – alles ganz im Zeichen der Aerodynamik. Von hinten erinnerte das Konzeptfahrzeug an den zeitgleich vorgestellten Scirocco II, doch unter dem Blech steckte vielmehr ein Golf I. Die Studie wirkte glatt, vielleicht etwas unspektakulär, doch technisch hatte sie es in sich.

Der Hintergrund des Projekts war politisch: Die erste Ölkrise von 1973 und die erneute Zuspitzung der Lage 1979 führten zu einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. Ziel war es, ein alltagstaugliches, sparsames Auto für die Zukunft zu entwickeln. Unter dem Namen „Auto 2000“ rief Minister Volker Hauff Industrie und Hochschulen auf, innerhalb von drei Jahren ein seriennahes Fahrzeug mit deutlich reduziertem Verbrauch, niedrigen Emissionen und geringem Lärmpegel zu präsentieren – fahrbereit zur IAA 1981.

Für das Projekt stellte der Bund insgesamt 110 Millionen D-Mark zur Verfügung. Die Hälfte der Entwicklungskosten wurde staatlich bezuschusst. Neben Volkswagen nahmen auch Audi, Daimler-Benz, Opel und eine Forschungsgemeinschaft aus vier Technischen Universitäten teil.

Die Vorgaben waren ambitioniert: Platz für vier Personen, 400 Kilogramm Zuladung, kompakte Abmessungen und ein Verbrauch von unter 9,5 Litern pro 100 Kilometer. Damals galten rund zehn Liter in der Mittelklasse noch als normal.

Volkswagen entwickelte insgesamt drei fahrbereite Studien auf Basis des Golf I. Das Augenmerk lag auf Gewicht, Effizienz und Aerodynamik. Die Karosserie bestand zum Teil aus Aluminium und Kunststoff, sogar die Hinterachse wurde als zweiteilige Kunststoffkonstruktion umgesetzt, allerdings mit dem Nachteil, dass sie viel Bauraum beanspruchte.

Gezeigt wurde eine Variante mit 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbodiesel, 53 PS, manuellem Fünfganggetriebe und 150 km/h Höchstgeschwindigkeit. Verbrauch: 3,9 bis 4,2 Liter/100 km. Auch eine Variante mit Diesel und Kompressoraufladung, 60 PS, 186 km/h Spitze und 4,6 Liter Durchschnittsverbrauch sowie ein 1,0-Liter-Benziner mit G-Lader-Vorläufer und 75 PS, gekoppelt mit einer Vierstufen-Automatik (Verbrauch: 7,9 Liter/100 km) wurden entwickelt.

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